Mo, 18. Dezember 2017

Anklage erhoben

15.05.2009 19:11

Hat 25-Jähriger Kleinkind schwer verprügelt?

Mit Blutergüssen im Gesichts- und Lendenbereich ist im März 2007 ein fünf Monate altes Baby von seinen Eltern ins Salzburger Landeskrankenhaus gebracht worden. Die Verletzungen sind laut einem gerichtsmedizinischen Gutachten durch erhebliche, stumpfe Gewalteinwirkungen entstanden, die Staatsanwaltschaft geht von Schlägen aus. Der 25-jährige Vater des Buben, der sich am Freitagnachmittag wegen des Verdachtes der Kindesmisshandlung am Landesgericht Salzburg verantworten musste, beteuerte seine Unschuld. Der Prozess wurde zur Gutachtenerörterung auf 2. Juli vertagt.

"Ich habe ihn nicht geschlagen. Es war stressig mit dem Buben. Marcel hat immer geschrien", schilderte der mehrfach vorbestrafte Oberösterreicher. Der Fleck am Rücken sei angeboren oder stamme entweder vom Herumtragen im Kindersitz oder von beruhigenden Massagen. Die Verletzung im Mund sei vermutlich durch einen Finger entstanden, weil man nachsehen wollte, ob das Kind vielleicht einen Zahn komme. Und das Hämatom am Hals wurde vermutlich "durch eine Bernsteinkette verursacht, die sich während der Nacht festgezogen hatte", berichtete die Kindesmutter im Zeugenstand.

Kinderarzt schöpfte Verdacht
Für den Kinderarzt seien diese Erklärungen nicht ausreichend gewesen, wie der renommierte Kinder- und Jugendpsychiater Leonhard Thun-Hohenstein - er ist Leiter der Kinderschutzgruppe - Richterin Karoline Edtstadler erklärte. Im Befund wurde zwar kein Misshandlungsverdacht festgestellt, sehr wohl aber eine Gefährdung und ein Vernachlässigen des Kindes durch unsachgemäße Handhabung. "Krankenschwestern haben beobachtet, dass die Mutter nicht in der Lage war, das Fläschchen zu richten."

Kind zur Adoption freigegeben
Die Eltern haben den Buben mittlerweile zur Adoption freigegeben. Vor knapp sechs Monaten bekamen sie ihr zweites Kind. "Wir haben vom Jugendamt eine Familienbegleitung angenommen", so die Mutter. Ob sie jetzt mit dem Kind besser zurechtkämen als mit Marcel, fragte die Richterin. "Wir haben schon daraus gelernt", lautete die Antwort der 22-Jährigen.

Symbolbild

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden