Di, 22. Mai 2018

"Zustand nicht gut"

31.10.2008 07:53

Kim Jong Il fehlte bei Begräbnis von Parteifreund

Die Abwesenheit des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il bei einem Staatsbegräbnis für einen ranghohen Parteifreund hat den Spekulationen um Kims Gesundheitszustand neue Nahrung gegeben. Kim zeigte sich am Donnerstag nicht bei dem Begräbnis des früheren nordkoreanischen Vizepräsidenten Pak Song Choi, wie Südkoreas Wiedervereinigungs-Ministerium am Freitag berichtete.

Nach Berichten der nordkoreanischen Staatsmedien nahmen die Spitzen von Regierung, Armee und Kommunistischer Partei an der Beerdigung von Pak teil, der ein Vertrauter von Kims Vater Kim Il Sung gewesen war. Kim Jong Il habe Blumen geschickt, berichtete die Staatspresse.

Schlaganfall im August
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il befindet sich japanischen und südkoreanischen Angaben zufolge nach einem Schlaganfall Mitte August noch immer im Krankenhaus. "Sein Gesundheitszustand ist nicht sehr gut", sagte Japans Regierungschef Taro Aso am Dienstag vor dem Parlament in Tokio. Kim sei allerdings noch in der Lage, Entscheidungen zu treffen, wenngleich Kim seit zwei Monaten nicht in der Öffentlichkeit zu sehen war und an mehreren Staatsfeierlichkeiten nicht teilgenommen hat.

Französischer Neurochirurg für Kim Jong Il?
Der japanische Fernsehsender Fuji berichtete am Montag, sein ältester Sohn Kim Jong Nam habe sich in der vergangenen Woche in Paris mit einem Neurochirurgen getroffen, der später nach Nordkorea gereist sei. Der südkoreanische Geheimdienstchef Kim Sung Ho erwähnte ebenfalls eine Reise des Sohnes nach Paris, nannte jedoch keine Einzelheiten.

Machtvakuum in Nordkorea befürchtet
In den vergangenen Wochen war im Ausland wiederholt darüber diskutiert worden, ob Kim einen Schlaganfall erlitten habe, unter anderem da er Termine in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrnahm. Bei schwerer Krankheit oder Tod des Machthabers wird ein Machtvakuum in dem hochmilitarisierten Land befürchtet, dessen Armee rund 1,1 Millionen Soldaten unter Waffen hat.

Flugblatt-Aktion von Bürgerrechtlern
Indes haben südkoreanische Bürgerrechtler trotz Warnungen der Regierung in Seoul erneut 100.000 Flugblätter, die sich mit dem Gesundheitszustand von Kim Jong Il auseinandersetzen, per Luftballon in den Norden geschickt. Experten zufolge haben vorangegangene ähnliche Aktionen die Führung in Pjöngjang an einem empfindlichen Punkt getroffen.

Nordkorea droht Südkorea Zerstörung an
Pjöngjang hat daraufhin Südkorea die Zerstörung seines "Marionettenregimes" angedroht. Das Militär des kommunistischen Landes warf dem südlichen Nachbarn eine "Lügenkampagne" vor und erklärte, sollte diese nicht beendet werden, werde die Armee "ihr gesamtes Arsenal" anwenden.

"Wir bekräftigen unsere Haltung, dass wir eine entschlossene praktische Aktion unternehmen werden, wenn das südkoreanische Marionettenregime weiterhin Flugschriften verbreitet und die Lügenkampagne mit reinen Fantasiegespinsten fortsetzt", betonte das nordkoreanische Militär. Nordkorea hat die Aktion am Montag bei einer der wenigen Militärberatungen mit dem Süden scharf kritisiert.

Das Verhältnis zwischen den beiden Staaten hat sich seit dem Amtsantritt des neuen südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak im Februar verschlechtert, der einen harten Kurs gegenüber dem Norden angekündigt hat. Die USA haben Tausende Soldaten an der innerkoreanischen Grenze stationiert.

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