Mo, 28. Mai 2018

Chancen und Risken

14.10.2008 17:17

Klimawandel sorgt für massive Veränderungen

Der Klimawandel und seine Folgen für Österreich - das ist seit 2003 die Forschungsaufgabe des Projektes StartClim, welches vom Umweltbundesamt initiiert worden ist. Die Ergebnisse der in diesem Sommer abgeschlossenen Teilprojekte zeigen mögliche Auswirkungen auf Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Gesundheit sowie Tourismus und Energiewirtschaft. Besonders dramatisch sind dabei die Effekte, mit denen letztere Gruppen zu rechnen haben: So ergab eine Analyse der vergangenen 50 Jahre, dass sich die Zahl der Tage mit Schneedecke im Süden Österreichs fast überall signifikant verringert hat.

Auch wenn es im Norden dagegen stellenweise keine signifikanten Veränderungen gab, zeigte sich etwa bei einem Klimaszenario mit wärmeren, trockeneren Sommern und wärmeren, niederschlagsreicheren Wintern am Fallbeispiel der stark vergletscherten, hoch gelegenen Gepatschalm in Tirol, dass durch stärkeres Abschmelzen der Anteil der Gletscherschmelze am Gesamtabfluss von 16 auf 38 Prozent steigen wird.

Gefahren durch mehr Tourismus
Ab ca. 2030 geht das Schmelzwasser aufgrund des Schrumpfens der Gletscher wieder zurück. Dies ist in der Nähe von Speicherkraftwerken energiepolitisch relevant. Mittelfristig eröffnet der Klimawandel Chancen für eine Verlängerung der Sommersaison sowie eine verstärkte Orientierung auf Ganzjahrestourismus. Durch die größere Attraktivität höher gelegener Regionen werden allerdings immer mehr ökologisch sensible Regionen in Anspruch genommen.

Neue Artenvielfalt bedroht Alteingesessenes
Dabei wird die Natur alleine schon genug mit dem Klimawandel zu kämpfen haben. So wird sich die Artenvielfalt und Anzahl von Schädlingen in der Landwirtschaft vermutlich massiv verändern. Bisher beispielsweise nur in tropischen Gegenden angesiedelte Tiere werden mit den alteingesessenen Arten um den Lebensraum ringen. Auch die Pflanzenwelt bleibt nicht ungeschoren: Wo sich etwa die Waldgrenze nach oben verschiebt, verlieren die Böden Kohlenstoff, der von den nachrückenden Bäumen gebunden wird. Dies kann große Auswirkungen auf die heimische Kohlenstoffbilanz haben.

Hautkrebsrate massiv im Steigen begriffen
Auch der Mensch selbst wird nicht ungeschoren davonkommen: So stieg in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Zahl der Neuerkrankungen von Hautkrebs kontinuierlich an. Dies dürfte auf eine erhöhte ultraviolette Strahlung als Folge des kontinuierlichen Abbaus der "guten" Ozonschicht in der Stratosphäre der Erde zurückzuführen sein. Der durch den Klimawandel erwartete Rückgang der Bewölkung im Sommer könnte ebenfalls zu einer Erhöhung der schädlichen UV-Belastung führen.

Wirtschaft kann im Idealfall profitieren
Doch es gibt auch Positives zu berichten: Wenn man es richtig anpackt, kann der Klimawandel auf regionaler Ebene hinsichtlich seiner physischen und sozioökonomischen Folgen ausgenutzt werden. Durch kluge politische Maßnahmen könnte die regionale Wertschöpfung um bis zu drei Prozent erhöht werden, wenn die Wohnbausanierungsrate und der Ausbau der Biomasse erhöht werden.

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