Wer Opatija zum ersten Mal erblickt, versteht sofort, warum die k.u.k. Aristokratie hierher pilgerte. Paläste und Grandhotels reihen sich an der Steilküste der Kvarner Bucht aneinander, Palmen wedeln über Jugendstilputz, und das Meer glitzert türkis bis zum Horizont. Die kroatische Küstenstadt hat sich ihren Charme bewahrt – und hält für aufmerksame Besucher auch heute noch Orte bereit, die selbst langjährigen Stammgästen nicht immer vertraut sind.
Gleich hinter der berühmten Küstenpromenade Lungomare, die sich zehn Kilometer von Volosko bis nach Lovran schlängelt, liegt der Park Angiolina – das grüne Herzstück der Stadt. Auf seinen Kieswegen gedeihen rund 150 Pflanzenarten aus aller Welt. Zu bewundern ist auch die elegante Villa Angiolina inmitten des Parks, samt dem malerischen Musikpavillon nebenan.
Kaum ein Kilometer entfernt liegt das vielleicht bestgehütete Geheimnis der Stadt: die Amerikanischen Gärten. Die terrassenförmig angelegte Parkanlage mit mehr als 8.000 Quadratmetern befindet sich an den grünen Hängen oberhalb der Hauptstraße Nova Cesta, nur fünf Gehminuten vom Stadtstrand Slatina, und verströmt trotz ihrer zentralen Lage eine fast mystische Stille. Wer durch das monumentale Tor mit Steinsäulen schreitet, taucht ein in ein Ensemble aus Gardenien, Kamelien, Magnolien, australischen Agaven und Eukalypten.
Volosko und Kastav – zwei schöne Gesichter der Riviera
Wer das mondäne Opatija hinter sich lässt und dem Lungomare nordwärts folgt, erreicht nach wenigen Minuten Volosko. Das alte Fischerdorf besticht durch enge Steingassen, Kunstgalerien und Ateliers sowie seinen kleinen Fischerhafen Mandrać, der als Bühne für Klapa-Gesangsgruppen, Jazzkonzerte und Kunstveranstaltungen dient. Für einen Ausflug ins Hinterland lohnt sich die mittelalterliche Hügelstadt Kastav.


Zu Tisch bitte – drei Restauranttipps
Opatija gilt als die Region mit den meisten Spitzenrestaurants pro Kopf in ganz Kroatien. Das Restaurant Plavi Podrum in Volosko ist das älteste Haus an der Riviera und steht heute für moderne europäische Küche der Spitzenklasse – ausgezeichnet mit dem Qualitätszeichen „Kvarner Gourmet“. Das Restaurant Bevanda, das auf über fünfzigjährige Tradition zurückblickt, interpretiert klassische Gerichte mit modernem Ansatz neu und zählt ebenfalls zu den „Kvarner Gourmet“ Betrieben. Wer ein spektakuläres Ambiente sucht, wird im Restaurant Navis fündig: Das Lokal liegt auf Klippen mit Blick auf die Preluk-Bucht. Dass hier einst auch James Joyce auf der Terrasse des Hotels Imperial bei einer Tasse Kaffee saß und lokale Spezialitäten kostete, erscheint da fast folgerichtig.
von Philipp Stewart