Wenn die Kinder im seichten Wasser planschen und die Eltern im Schatten einer Strandbar den ersten Kaffee trinken, ist der Urlaub auf Kurs. An der Riviera Crikvenica, einem besonders malerischen Küstenabschnitt der kroatischen Adria, gelingt genau das mit erstaunlicher Verlässlichkeit. Vier Orte – Crikvenica, Dramalj, Jadranovo und Selce – reihen sich in der Kvarner Bucht aneinander. Jeder hat seinen eigenen Charakter, alle verbindet eine lange Tradition als Gastgeber. Schon 1888 entstand in Crikvenica die erste öffentliche hölzerne Badeanstalt. Seither hat der Fremdenverkehr nicht mehr aufgehört zu wachsen. Der Ort weiß, was Urlauber suchen: Sonne, Meer, Komfort – und möglichst wenig Stress.
Wer Kroatien automatisch mit Kiesstränden verbindet, erlebt hier eine angenehme Überraschung. Der Hauptstrand von Crikvenica, das Gradsko kupalište am Strossmayerovo šetalište, liegt mitten in der Stadt, ist mit Sand bedeckt und fällt flach ins Meer ab. Für Familien mit kleinen Kindern ist das Gold wert: kein Stolpern über Steine, kein schmerzhaftes Hinsetzen, kein Drama um Strandschuhe.


Auch Menschen mit Behinderungen kommen hier gut ans Wasser. Eine Meeresrampe, barrierefreie Toiletten mit Euroblock-Schließsystem, Duschen, Umkleidekabinen, Sonnenliegen, Schirme, Rutsche, Restaurant und Eiscremebar machen den Strand besonders komfortabel. Wer mit Hund reist, findet seit 2010 beim kleinen Hafengelände Podvorska einen eigenen Hundestrand – kostenlos und klar geregelt. Entlang der Riviera wechseln sich sandige und fein gekieste Abschnitte ab, gepflegt und sauber sind sie alle.
Klima mit Kurort-Qualität
Crikvenica lebt nicht nur von seinen Stränden. Sein Ruf als Kurort hängt eng mit dem Klima zusammen: mediterran, mild, stabil und sonnenreich. Im Sommer liegt die Lufttemperatur bei rund 23 Grad Celsius, das Meer erreicht im Juli und August durchschnittlich 27 Grad. Schon im Juni ist das Wasser mit etwa 23 Grad für viele warm genug. Zwei natürliche Schutzwälle sorgen für diese angenehmen Bedingungen: das Kapela-Gebirge im Norden und die Insel Krk im Süden. Sie bremsen starke Winde und schaffen eine wohltuende Mischung aus Meeres- und Kontinentalklima. Die Nächte bleiben warm, die Sommer meist freundlich. Für Pollenallergiker ist die Riviera ebenfalls interessant: Die Meeresluft gilt als nahezu pollenfrei und ist reich an Ozon, Chlor, Natrium und Jod – Bestandteile, die auch in der Thalassotherapie geschätzt werden.
Mehr als Liegestuhl und Lotion
Ein Badeort allein macht noch keinen gelungenen Urlaub. Crikvenica bietet deshalb deutlich mehr als Strand und Sonnenschirm. Schnorcheln, Tauchen, Radfahren, Wandern, Paragliding und Sportfischen sorgen für Bewegung. Für Kinder gibt es Programme und Spielzonen an den Stränden. Am Abend verlagert sich das Leben auf die Promenaden. Im Sommer werden sie zu Freilichtbühnen am Meer. Das Ethnofest in Selce, das Musik-Festival „Na Palade“ in Crikvenica oder der Straßenmarkt „Moja mala kala“ zeigen lokale Festkultur, ohne aufgesetzt zu wirken. Dazu kommen Spazierwege mit mediterranen Pflanzen, Salzluft, Piniengeruch und jene gelassene Abendstimmung, für die man an die Adria fährt.
Näher als gedacht
Auch die Anreise spricht für die Riviera. Aus Österreich ist Crikvenica mit dem Auto in wenigen Stunden erreichbar, überwiegend über gut ausgebaute Autobahnen. Wer fliegen möchte, nutzt den Flughafen Rijeka auf der Insel Krk, nur etwa zwanzig Kilometer entfernt. Rijeka selbst liegt rund 30 Kilometer von Crikvenica entfernt. Die Kvarner Bucht ist also kein fernes Ferienversprechen, sondern ein Stück Adria, das Mitteleuropa erstaunlich nahekommt. Das wussten schon die ersten Badegäste des 19. Jahrhunderts. Und es gilt bis heute.
von Philipp Stewart