Anzeige

30.05.2026

Sommer erleben

Durchatmen im Grünen Herzen

Zwischen Almwiesen, Thermen und Bergseen entdeckt die Steiermark die Sommerfrische neu - entschleunigt, genussvoll und überraschend zeitgemäß.

Foto: Ausseerland Salzkammergut Supersusi.com

Die Idee der Sommerfrische ist alt. Schon im 19. Jahrhundert flohen Städter vor Hitze und Enge aufs Land. Gesucht wurden frische Luft, Ruhe und eine andere Geschwindigkeit des Lebens. In der Steiermark wirkt dieses Konzept heute bemerkenswert aktuell - nur vielfältiger als früher. Denn das „Grüne Herz Österreichs“ setzt längst nicht mehr allein auf klassische Erholung. Die Region verbindet Natur mit Bewegung, Kulinarik mit Kultur und Rückzug mit Erlebnis. Zwischen alpinem Norden und mediterran anmutendem Süden entsteht ein Urlaubskonzept, das weniger auf Spektakel als auf Atmosphäre setzt.

Zwischen Gipfel und Weingarten

Wer die Steiermark bereist, bewegt sich ständig zwischen Gegensätzen. Im Norden dominieren Berge, Almen und Seen, im Süden Weinberge und sanfte Hügel. Dazwischen liegt Graz mit seiner Mischung aus Altstadt, Design, Kulinarik und Festivals. 

Die Sommerfrische beginnt oft mit Bewegung. Wanderwege führen über Almen und durch Wälder, Radwege entlang von Flüssen und Weingärten. Gleichzeitig bleibt Raum für Langsamkeit. Wer an einem Bergsee sitzt, mit dem Rad einen Fluss entlang fährt oder durch eine Klamm wandert, merkt schnell: Hier geht es weniger um Leistung als um Wahrnehmung. 

Besonders sichtbar wird das im Naturpark Almenland. Mit seinen 125 zusammenhängenden Almweiden gilt er als größtes bewirtschaftetes Almweidegebiet Europas. Zwischen Teichalm und Sommeralm prägen Weideflächen, Wälder und Moore das Landschaftsbild. Wanderer treffen auf Almhütten, in denen Bauernbrot, Käse und geräucherter Speck serviert werden - Produkte, die Teil des Alltags geblieben sind.

Das Ausseerland lässt sich auch wunderbar mit dem Rad erkunden. Foto: Tom Lamm
Das Ausseerland lässt sich auch wunderbar mit dem Rad erkunden. Foto: Tom Lamm

Die Kunst des Innehaltens

Sommerfrische bedeutet in der Steiermark auch: Zeit anders wahrnehmen. Morgens am See, nachmittags auf einer Alm, abends bei einem Glas Wein. Viele Regionen setzen bewusst auf kleine Momente statt große Attraktionen. 

Am Grundlsee wird selbst das Picknick zur Erfahrung. Dort gleiten Besucher mit traditionellen Plätten über das Wasser und frühstücken mitten auf dem See. In der Region Schladming-Dachstein werden Picknickkörbe mit regionalen Spezialitäten auf Almen serviert - begleitet von Bergpanorama und frischer Höhenluft. 

Auch die Weinstraßen im Süden zeigen, wie eng Genuss und Landschaft verbunden sind. Zwischen Reben, Buschenschänken und kleinen Straßen entwickelt sich jene entspannte Form des Reisens, die keinen engen Zeitplan braucht.

Wasser als Luxus

Vielleicht ist Wasser der eigentliche Luxus des steirischen Sommers. Seen, Wasserfälle, Klammen und Thermen prägen das Land wie kaum ein anderes Element. Während im alpinen Norden Seen wie der Altausseer See oder der Grundlsee zwischen Bergen liegen, prägen im Süden warme Badeseen und Thermenlandschaften das Bild. Stand-up-Paddling, Schwimmen oder einfach nur am Ufer sitzen - vieles wirkt bewusst unkompliziert. 

Dazu kommt eine Kultur des Campens und des einfachen Unterwegsseins. Plätze direkt am Wasser sind begehrt und oft früh reserviert. Vielleicht zeigt sich genau dort, worum es bei der Sommerfrische geht: nicht möglichst viel zu erleben, sondern sich für kurze Zeit von der eigenen Geschwindigkeit zu lösen.

Zwischen Tradition und Gegenwart

Die Steiermark versteht es, Tradition modern zu übersetzen. Almabtriebe und Bauernmärkte existieren neben Designhotels, Gourmetrestaurants und Bikeparks. Das wirkt selten widersprüchlich, sondern wie ein sorgfältig austariertes Nebeneinander. Wahrscheinlich liegt genau darin die Stärke dieser Region: Sie versucht nicht, etwas anderes zu sein. Die Sommerfrische bleibt hier, was sie immer war - eine Einladung zum Durchatmen.

von Christian Seirer

Tipp

Wer sich noch beeilt, kann in Bad Aussee noch heute und morgen das Narzissenfest besuchen. Das größte Blumenfest der Steiermark findet am 31. Mai um 9 Uhr mit dem großen Blumenkorso seinen Höhepunkt, die Prämierung der Figuren erfolgt um 15 Uhr.