Bei den Tux-Zillertalern handelt es sich um eine alte, autochthone österreichische Rinderrasse in den Farbschlägen braun und schwarz (Bezeichnung Tuxer) und rot (Bezeichnung Zillertaler). Vor 50 Jahren wären sie beinahe ausgestorben. Nur dank einiger Idealisten konnte die Rasse vor dem Aussterben bewahrt werden.



Die Vorfahren des Tux-Zillertaler Rindes wurden schon vor 6000 Jahren in Tirol domestiziert. Sie ist somit die älteste Rinderrasse im Land und daher auch die Tiroler Urrasse. Vor Jahrhunderten wurden die Tux-Zillertal allgemein als „Tyroler Rasse“ bezeichnet. Die älteste schriftliche Erwähnung der Tuxer (Zillertaler) stammt aus der Zeit um 1800. Im Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel unter dem Titel „Die Herkunft der Duxer Rinder-Race in Tirol“ im „Boten für Tirol und Vorarlberg“ aus dem Jahr 1877 wies Ferdinand Kaltenegger bereits auf die Sonderstellung der Tuxer Rasse unter den Tiroler Rindertypen hin. Mit ihrer großen Geschichte mit Kuhkampfwesen, einem Russlandviehtrieb 1848 und der großen emotionalen Bindung zu ihren beiden Heimattälern hat sie eine besondere Bedeutung. Erste schriftliche Hinweise für das sogenannte „Kuhstechen“ gab es bereits beim Tiroler Schriftsteller Beda Weber aus dem Jahr 1838. Der bekannteste Kuhkampf fand dabei beim Gauderfest in Zell am Ziller statt Die Rasse ist Tux-Zillertaler, wahrscheinlich auch die einzige Rasse weltweit, welche man im Museum und lebend in den Ställen sowie auch im Tiergarten Schönbrunn und im Innsbrucker Alpenzoo bewundern kann. 2001 wurde im Heimatmuseum Fügen die Sonderausstellung zur Tux-Zillertaler Zucht eröffnet.



Im 19. Jahrhundert erreichten die Tux-Zillertaler ihre weiteste Verbreitung im Tiroler Unterland. Das Tux-Zillertaler Rind imponiert neben der ausgezeichneten Fleischqualität auch wegen seiner Genügsamkeit und Leistungsfähigkeit selbst bei kargsten Futterverhältnissen. Auch der russische Zar war von diesen positiven Eigenschaften des Tux-Zillertalers begeistert, sodass des Öfteren Tiere nach Russland exportiert wurden. So erinnert heute noch eine Votivtafel in St. Georgenberg bei Schwaz an einen erfolgreichen Viehtrieb bis an die Wolga in Russland 1848. Damals mussten die Tiere und ihre Hirten 3000 Kilometer zu Fuß zurücklegen. Aus Dankbarkeit für die gesunde Wiederkehr spendeten sie das Votivbild.


Eine Besonderheit, die man in Tirol nur bei der Tux-Zillertaler Rasse antrifft, ist deren Kampfeslust. So wurden für die „Kuhstechen“ vorwiegend Tux-Zillertaler Kühe verwendet. Im KO-System wurde bei diesen Kuhkämpfen die „Moarin“ (= Siegerin) ermittelt. Für den Besitzer einer solchen „Moarin“ bedeutete dies Prestige und Anerkennung im Dorf. Als „Trophäe“ erhielten die „Moarkuh“ und ihr Besitzer eine weiße Hah-ten Weidegründe für ihre Herdengenossinnen erobert. Auch ohne Kuhkampf gibt es diesen Mythos der „Glückskühe“ noch heute.
Der Niedergang der Tux-Zillertaler begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Der totale Untergang kam in den 1930er Jahren, als viele Tux-Zillertaler Rinder nach Wien in die dortigen Abmelkbetriebe verkauft wurden. Ja, sogar eine „Konservenaktion“ gab es, für die ein Wiener Schlachtbetrieb in Tux-Zillertaler anTirol kaufte und über deren Fleischqualität sogar eine eigene Studie initiierte.
Mitte der 1970er Jahre gab es nur mehr sehr wenige Tux-Zillertaler Rinder. Die vermeintlich letzte Tuxerkuh wurde im Haus der Natur in Salzburg ausgestopft ausgestellt Man glaubte schon, die Rasse ist ausgestorben.
Durch die Initiative des Salzburger Pfarrers Ambros Aichhorn, Ing. Andreas Moser von der Bezirkslandwirtschaftskammer Schwaz und weiterer Mitstreiter sowie die Gründung der Vereinigung der Tux-Zillertaler Züchter Tirols im Jahr 1986 wurde der Grundstein für die Erhaltung der Rasse gelegt. Heute gibt es wieder rund 2000 Tiere.
Das Buch „Tux-Zillertaler“ ist im Großformat A4 mit 240 Seiten und 445 Bildern im Verlag Edition Tirol erschienen (Preis € 39,–).
Buchpräsentationen und Schau
Buchpräsentationen finden am 21. April im Gasthof Post in Strass im Zillertal sowie am 22. April im Gasthof Neuwirt in Ellbögen statt, Beginn ist jeweils 19.30 Uhr. Eine große Tux-Zillertaler-Schau findet am 1. Mai im Rahmen des Gauderfestes in Zell am Ziller statt.
Gewinnspiel

Gewinnen Sie eines von fünf Büchern. Frage: „Wie viele Tux-Zillertaler Rinder gibt es heute?“ Richtige Antwort bitte bis 1. Mai 2026 an: tyrolbuch@gmail.com oder Verlag Tyrolbuch, St. Gertraudi 16, 6235 Reith i. A.