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01.04.2026

Krone Extra - April 2026

Mit dem Zug in die Bergwelt

Warum die Anreise mit Öffis in die Berge sogar mehr Freiheit bedeutet.

Bergfex und Meteorologe Gerhard Hohenwarter unternimmt fast alle seine Bergtouren mit Bahn und Bus. Foto: Wallner Hannes

Meteorologe und Bergfex Gerhard Hohenwarter macht es vor – und schwört bei seinen vielen Bergtouren längst auf die Kombi aus Bus und Bahn. „Warum Stress mit dem Auto, wenn's schneller und entspannter geht?“

Und Gerhard rechnet vor: Vom Villacher Hauptbahnhof bis nach Mallnitz benötigt die Bahn gerade einmal 45 Minuten. In den Hohen Tauern angekommen heißt es dann nur Rucksack schultern und ab in die Bergwelt. „Wer will, marschiert direkt vom Bahnhof auf den 2130 Meter hohen Auernig – mehr als 1000 Höhenmeter, knackig, schweißtreibend, herrlich. Für ganz Ambitionierte bietet sich auch die 2915 Meter hohe Maresenspitze an.“

Oder doch lieber gemütlich? Kein Problem! Gerhard: „Der Wanderbus ist perfekt auf den Zug abgestimmt und bringt Ausflügler bequem zur Seilbahn.“

Sogar ein Dreitausender-Gipfel ist so mit Öffi-Anreise möglich – kein Schmäh! „Das Highlight in Mallnitz ist sicher der 3252 Meter hohe Ankogel. Bahn, Bus, Gondel und Wanderschuhe – schon steht man auf über 3000 Meter. Und das ganz ohne Auto“, erklärt der Meteorologe: „Das ist lässig!“

Der Trick dabei ist die Planung. Wer mit Öffis unterwegs ist, muss vorher schauen: Wann fährt der Zug? Wann der Bus? Wann die Gondel? Aber: „Die Tourenplanung gehört sowieso zu jeder Bergtour“, winkt Gerhard ab. Und das System funktioniert: Busse sind auf Züge abgestimmt, alles greift ineinander. Und in den Bergen sorgen Öffis sogar für mehr Freiheit. Gerhard: „Klingt verrückt, aber ist so.“ Denn wer mit Öffis unterwegs ist, muss nicht zurück zum Parkplatz. Stattdessen kann man Überschreitungen machen oder einfach längere Touren und sogar Mehrtageswanderungen unternehmen, um dann ins Tal abzusteigen und mit Bus und Bahn heimzureisen. „Man ist viel freier unterwegs“, so der Bergfex, weil man nicht zum Auto zurück muss. Und der größte Luxus wartet für Gerhard am Ende: „Während Autofahrer müde heimkurven, lehne ich mich im Zug zurück und mache ein Nickerchen.“
H. Wallner