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17.06.2026

Das Land der 1000 Seen

WWF pocht auf Isel-Schutz

Osttirol: Umweltorganisation will neue Verordnung überarbeiten lassen.

An der Isel wurden Natura-2000-Gebiete ausgewiesen.    Foto: MATTHIAS SCHICKHOFER

Als unzureichend und europarechtswidrig bezeichnet der WWF den aktuellen Entwurf der Erhaltungszielverordnung für das Natura-2000-Gebiet "Osttiroler Gletscherflüsse Isel, Schwarzach und Kalserbach". Dieses wurde von der Tiroler Landesregierung geplant bzw. auch ausgearbeitet. 

Konkret bemängelt die Organisation das Fehlen von messbaren Erhaltungszielen für die gefährdete Deutsche Tamariske, eine der seltensten Pflanzen der Alpen. Zudem würden mindestens acht Lebensraumtypen fehlen, darunter prioritäre Auwälder oder neun geschützte Arten wie Huchen oder Fischotter. "Die EU-Kommission hat die Mängel klar benannt. Dennoch fehlen wesentliche Lebensräume, Arten und messbare Erhaltungsziele. Damit bleibt Tirol klar hinter den europäischen Vorgaben zurück", bedauert WWF-Expertin Marie Pfeiffer.

Die EU-Kommission habe Österreich im März aufgefordert, Mängel im Natura 2000-Gebiet zu beheben. "Tirol kann Natura2000-Gebiete nicht nach Belieben ausgestalten. Geschützte Arten, Lebensräume und Erhaltungsziele dürfen nicht willkürlich ausgewählt oder ganz weggelassen werden“, erklärt die Expertin. 

Die Umweltorganisation mahnt zudem, dass das Nichteinhalten Folgen für künftige Genehmigungsverfahren haben könnte. Sollten geschützte Arten und Lebensräume in der Verordnung fehlen, bestehe die Möglichkeit, dass dies Auswirkungen auf Projekte hat. "Dadurch entstehen Schutzlücken für wertvolle Naturgebiete."

Die Isel und ihre Zubringer zählen zu den letzten naturnahen Gletscherflusssystemen Österreichs.


M.O.