Irgendwie grotesk, was da fast in der SPÖ über die Bühne hätte gehen sollen. Eine derzeit nur 17-Prozent-Partei stand kurz vor der möglichen Machtübernahme durch einen Ex-Kanzler, der wohl primär aus Gründen der persönlichen Eitelkeit wieder zurück ins Scheinwerferlicht wollte. Eine weitere Spaltung der Partei wäre vorprogrammiert gewesen. Christian Kern hat dabei seine Wirkungskraft eindeutig überschätzt. Denn das, was noch von der SPÖ übrig ist, besteht primär aus Anhängern einer stramm links stehenden und den hehren Zielen der Sozialistischen Partei des beginnenden 20. Jahrhunderts verpflichteten Gesinnung. Andreas Babler ist dafür der Garant. Alles andere ist längst zu Freiheitlichen, Grünen und Kommunisten abgewandert, da der SPÖ für eine Vielzahl rezenter Probleme die umfassende Lösungskompetenz, die von der Bevölkerungsmehrheit gewünscht wird, bedauerlicherweise abhandengekommen ist. Jene Klientel, durch die Kern seinerzeit in der SPÖ groß werden konnte und die er als Stütze seiner künftigen Parteiführung sah, existiert nicht mehr. Eine für ihn bittere Erkenntnis.
Martin Krämer, per E-Mail
Erschienen am Mo, 16.2.2026
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