Österreich diskutiert über die Wehrpflicht, als ginge es um eine Verlängerung der Semesterferien. Dabei sprechen wir über nichts Geringeres als die Verteidigungsfähigkeit eines souveränen Staates – in einer Zeit, in der in Europa wieder Panzer rollen und Sicherheit keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Das ist kein parteitaktisches Detail, das ist eine Grundsatzfrage unserer Republik. Die eingesetzte Kommission empfiehlt acht Monate Grundwehrdienst und verpflichtende Milizübungen. Der Landesverteidigungsbericht zeichnet ein ernüchterndes Bild: Die Mobilmachungsstärke reicht nicht aus, der Mangel an Milizunteroffizieren ist dramatisch, und selbst die bestehenden sechs Monate genügen kaum, um Einsatzreife herzustellen. Wer hier so tut, als handle es sich um eine akademische Debatte, verkennt die Realität. Statt sachlicher Auseinandersetzung erleben wir jedoch einen politischen Stellungskrieg. Die einen fordern eine Volksbefragung, die anderen lehnen sie ab, Gespräche im Parlament haben de facto noch nicht begonnen. Sicherheitspolitik wird zur Koalitionsarithmetik. Man gewinnt den Eindruck, als würde man im Ernstfall erst eine Taskforce gründen, während draußen bereits das Dach brennt. Natürlich ist eine Verlängerung des Wehrdienstes kein populäres Thema. Aber Politik ist kein Beliebtheitswettbewerb. Wer Verantwortung trägt, muss unbequeme Wahrheiten aussprechen. Es geht nicht um Schwarz gegen Pink, nicht um Profilierung oder ideologische Muskelspiele. Es geht um die Frage, ob wir bereit sind, die Freiheit, von der wir so selbstverständlich sprechen, auch ernsthaft zu schützen. Ein Kompromiss wie „6 plus 2“ mag politisch verlockend sein. Doch Sicherheit ist kein Wunschkonzert. Wenn Experten klar auf strukturelle Defizite hinweisen, sollte man zuhören – und handeln. Österreich braucht jetzt keine Schützengräben in Koalitionsverhandlungen, sondern Mut zur Entscheidung. Verteidigung ist keine Parteifrage, sondern eine Frage der staatlichen Würde. Wer sie auf die lange Bank schiebt, spielt mit mehr als nur mit Umfragewerten.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.