Sieben Stunden Wartezeit. Für eine 93-jährige, schwer kranke Frau. In einem der reichsten Länder Europas. Wer das noch als „Ablaufproblem“ verniedlicht, hat jeden moralischen Kompass verloren. Dieser Fall ist kein medizinisches Missgeschick, sondern das Resultat einer kalten Kostenlogik. Eine Patientin ist „zu krank für einen normalen Transport“, aber „nicht krank genug für einen Notarzt“ – diese Formulierung allein ist eine Bankrotterklärung unseres Gesundheitssystems. Sie entlarvt ein System, das Menschen nicht mehr nach Bedarf versorgt, sondern nach Zuständigkeiten verschiebt. Dass die Johanniter als Bestbieter für Sekundärtransporte aus einer Ausschreibung hervorgegangen sind, mag formal korrekt sein. Doch wenn das Ergebnis dieser Ausschreibung stundenlange Wartezeiten für hochbetagte, akut behandlungsbedürftige Menschen sind, dann ist nicht der Einzelfall das Problem – sondern die Ausschreibung selbst. Wer billig einkauft, darf sich über mangelhafte Versorgung nicht wundern. Hier wurde auf dem Rücken der Schwächsten gespart. Und zwar nicht abstrakt, sondern konkret: mit Angst, Leid und vermeidbarem Risiko für eine 93-jährige Patientin. Das ist untragbar. Diese Ausschreibung muss aufgehoben und neu gestaltet werden – mit verbindlichen Vorgaben zu Verfügbarkeit, Reaktionszeiten und medizinischer Verantwortung. Alles andere ist organisierte Verantwortungslosigkeit. Ein Gesundheitssystem, das solche Zustände zulässt, hat seinen Zweck verfehlt.
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