Das freie Wort

Kriegsunion

EVP-Chef Weber will also die EU in eine Kriegswirtschaft verwandeln. Also eine EU, um deren Akzeptanz seit Jahren mit dem Begriff Friedensunion geworben wird. Es ist schon klar, dass der Krieg in der Ukraine schrecklich ist und die EU aufgrund der Forderungen von US-Präsident Trump wachgerüttelt wird. Aber was soll die Umstellung auf eine Kriegswirtschaft bewirken? Will man damit etwa die brachliegende europäische Wirtschaft ankurbeln und so die Rezession bekämpfen? Denkt man bei den EU-Granden ernsthaft, dass durch 800 Milliarden Euro und Kriegswirtschaft der Krieg in der Ukraine beendet wird? Ist man sich eigentlich bewusst, wie lange der Aufbau einer verteidigungsfähigen EU dauern würde und welche Folgen das hätte? Möchte man jetzt in Russland einmarschieren und damit den Dritten Weltkrieg provozieren? Das kann alles nicht wahr sein. Schon in der jüngeren Vergangenheit ist es der EU nicht gelungen, Probleme wie Finanzkrise, Migration und Corona-Pandemie zufriedenstellend zu lösen. Was soll also der Vorstoß von EVP-Chef Weber? Sollen jetzt die deutschen Autobauer Panzer erzeugen und alle EU-Staaten, auch das neutrale Österreich, sich daran beteiligen? Es ist nur noch zum Kopfschütteln. Ist das jetzt die Neuinterpretation von „Wir schaffen das“? Jahrelange Willkommenskultur gegenüber Putin hat offenbar nicht stattgefunden, und der drittklassige Kabarettist in der Person des ukrainischen Präsidenten ist jetzt das Maß aller Dinge. Es gereicht ja der Außenministerin zur Ehre, den Präsidenten zu treffen. Arm sind alle jene Menschen, die die wirklichen Opfer des Krieges sind – die haben in puncto Frieden keine Zeit zu verlieren.

Harald Koller, Sitzenberg-Reidling

Erschienen am Di, 18.3.2025

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