Das freie Wort

Anfang vom Ende

Was sich derzeit europa- und weltweit politisch abspielt, lässt einen erschauern, wenn man nicht beide Augen und Ohren verschließt oder komplett nach rechts ausgerichtet ist. Man kann sich heute auch nicht damit rechtfertigen, man wüsste nicht, was dieser massive Rechtsruck für Auswirkungen haben könnte, denn die Geschichte hat es gezeigt: Vor etwa hundert Jahren, in den Zwanzigern also, bis hinein in die 30er-Jahre bot sich dasselbe Szenario mit einem katastrophalen Ende, dem Zweiten Weltkrieg. Heute, scheint mir, steuert die Menschheit sehenden Auges auf ein ähnliches Fiasko zu. Dabei galten damals noch die USA als demokratischer Stabilitätsgarant, was man von Trumps Amerika wahrlich nicht mehr behaupten kann. Nicht nur, dass in einer rechtsgerichteten Welt die Umwelt und andere, zum Beispiel soziale Themen, keine Rolle mehr spielen, merkt man rechte Tendenzen, sich die Medien richten und, wie schon öfter angeklungen, auch den Lehrern einen Maulkorb umhängen zu wollen, weil nicht liniengetreue Pädagogen mit Konsequenzen rechnen müssten. Ich hoffe wirklich, dass solche Pläne nicht mehr als ein Gerücht sind, denn sollte es anders sein, wäre das der Anfang vom Ende. Ich wünsche mir von den österreichischen Regierungsverhandlungen, egal, wie lang sie dauern mögen, dass am Ende die Rechtsstaatlichkeit siegt. Das verbissene Feilschen um wichtige Ministerposten allerdings lässt leider anderes befürchten.

Reinhard Scheiblberger, Niederranna

Erschienen am So, 9.2.2025

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