Nach einer Alarmierung in den späten Abendstunden im September 1968 wartete ich mit meiner Gruppe am Flugplatz Wiener Neustadt auf eine sowjetische Luftlandung. Ein herrlicher Sonnenaufgang und eine gespenstische Ruhe prägten die Stimmung im Morgengrauen des nächsten Tages. Aber nichts geschah, Fehlalarm. Ende August 1968 waren vorher sowjetische Truppen in der Tschechoslowakei einmarschiert. Die ehemalige Sowjetunion war bis 1991 ein Vielvölkerstaat in Osteuropa und Asien. Neben Russland gehörten Belarus, die Ukraine, Moldau und die baltischen Staaten in Europa dazu. Im Einflussbereich der Sowjetunion standen Bulgarien, Ostdeutschland, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei und Ungarn als Mitglieder des Warschauer Paktes. Sobald ein Staat den von Moskau befohlenen Kurs verlassen wollte, kam es zu einer militärischen Intervention. Heute gehören diese Länder, einschließlich des Baltikums, zur NATO. Der Traum des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist wahrscheinlich die Wiederherstellung der Sowjetunion; schon 2005 bezeichnete er den Zerfall der Sowjetunion als „größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts“. Er stellt auch die Existenz der Ukraine als eigene Nation infrage. Der Ausgang des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine wird sich auch auf die Sicherheitslage Europas auswirken.
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