Zwei Frauen tot:

„Affären können rasch in extreme Richtung kippen“

Niederösterreich
15.01.2026 09:41

Nach dem Krimi um Steirerin Johanna G. (34) und dem Gruselgeständnis des Cobra-Polizisten Manuel M. ist es zu früh für fallbezogene Analysen. Die „Krone“ wollte, nachdem nun auch ein Mord in Niederösterreich schockiert, trotzdem von Gerichtspsychiaterin Dr. Sigrun Roßmanith wissen, warum in Beziehungen gemordet wird. 

„Krone“: Frau Roßmanith, warum wird in Dreiecksbeziehungen gemordet?
Sigrun Roßmanith: Die Vermittlung einer Schwangerschaft stellt natürlich völlig geänderte Beziehungsverhältnisse dar. Etwas, das heimlich läuft, wird plötzlich verbindlich. Affären haben eine gewisse asymmetrische Machtdynamik, ein sehr fragiles und verletzbares Gleichgewicht. Das ist störungsanfällig und kann rasch in eine extreme Richtung kippen.

Eine Frau starb in der Steiermark (li.), eine in Niederösterreich (re.).
Eine Frau starb in der Steiermark (li.), eine in Niederösterreich (re.).(Bild: Krone KREATIV/Christian Jauschowetz, Josef Poyer)

Was führt zur Eskalation bei Beziehungsdelikten?
Wenn es zur Eskalation kommt, bricht etwas zusammen. Es entsteht etwas, das bedrohlich wirkt, mit dem man nicht umgehen kann. In Beziehungsdelikten ist das oft die Gefahr der drohenden Trennung, Gefühle eskalieren dann. Statt nachzudenken, wird dann gehandelt. Oft ist es das Gefühl: Wenn alles herauskommt, ändert sich für mich auch alles. Meist passiert dies im Endstadium eskalierender Beziehungen: Es sind die Angst vor der Entdeckung und das Gefühl des Kontrollverlustes.

Schockieren uns Taten gewisser vertrauensvoller Berufsbilder mehr als andere? 
Wenn ein guter Arzt schwer krank wird, sind viele erstaunt, weil sie glauben, der wird nie krank. Ähnlich ist es bei Polizisten. Es heißt ja nicht, dass jene Personen beruflich zuvor unzuverlässig gewesen wären. Polizisten haben zwar eine professionelle Gewaltausbildung, das heißt aber nicht, dass sie keine Probleme haben können und es privat zu keiner emotionalen Konflikteskalation kommen kann. Wir denken, Menschen in gewissen Berufen stehen über allen Dingen: Das ist nicht der Fall und muss auch nicht der Fall sein. Es ist eine Wunschvorstellung, dass jene immer moralisch richtig handeln.

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