Das freie Wort

Der Unsinn mit der Sommerzeit

Obwohl die Kosten der Umstellungen von Winter- auf Sommerzeit (und vice versa) in die Milliarden gehen, kann keine Einigung innerhalb der EU gefunden werden. Obwohl über 80 Prozent der EU-Bürger bei der Umfrage 2018 für die Abschaffung der Sommerzeit waren, hat die EU die Termine zur Umstellung wieder verschoben – auf 2026. Ende nie? Obwohl viele Personen mit der Zeitumstellung gesundheitliche Probleme haben, vermehrt tödliche Unfälle passieren und Tiere (z. B. Milchkühe) gar keine Freude mit der Zeitumstellung haben, wird am Unsinn der zweimaligen jährlichen Umstellung festgehalten. 1884 wurden in Washington die 24 weltweiten Zeitzonen beschlossen, daraus ergaben sich für Europa – durchaus sinnvoll – OEZ, MEZ und WEZ (Ost-, Mittel- und Westeuropäische Zeit). Mit dem internationalen Flugverkehr musste in der GMT (Greenwich Mean Time), später UTC (Coordinated Universal Time), eine weltweit geltende Einheitszeit gefunden werden, um Flugchaos zu verhindern. Die Anzeigen der Start- und Landezeiten erfolgen aber überall in der lokalen Zeitzone. Das Gleiche wäre auch im europäischen Zugverkehr möglich, wenn es wieder OEZ, MEZ und WEZ gäbe. Die Sommerzeit wurde „kriegsbedingt“ kurzfristig in den beiden Weltkriegen eingeführt, und 1980 aus Energiespargründen nochmals europaweit. Mit dem in Mitteleuropa am häufigsten gehörten Motiv – „um länger grillen und Party feiern zu können“ – wurde sie damals freudig begrüßt. Eine EU-Einigung ist wohl kaum zu erwarten, deshalb sollte ehestmöglich wieder auf OEZ, MEZ und WEZ umgestellt werden, um europaweit die Tageshelle einigermaßen gerecht und energiesparend ausnützen zu können. Die gelegentliche Umstellung der Uhr bei innereuropäischen Reisen sollte nicht das Problem sein, weil die Urlauber bei ihren vielen Fernreisen auch ihre Uhren umstellen müssen, und die vielreisenden EU-Abgeordneten verdienen wohl genug, um sich gegebenenfalls zwei Uhren mit Lokal- und mit Brüssel-Zeit leisten zu können, um sich damit die dauernde Umstellung ersparen.

Christa Janeschitz, Jennersdorf

Erschienen am Mi, 3.4.2024

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