"Bin nicht böse"

Gerhard Berger will an Toro Rosso festhalten

Sport
20.03.2008 13:12
Seit Dietrich Mateschitz angekündigt hat, dass Toro Rosso bis 2010 zum Verkauf steht, befindet sich das "kleine" Red-Bull-Team im Fokus der Formel 1. Am Donnerstag gab Gerhard Berger, dem wie Mateschitz 50 Prozent am Rennstall gehören, bekannt, dass er gerne mit dem Team weitermachen würde. Er respektiere und verstehe die Entscheidung, auch wenn sie ihn schmerze, sagte Berger in Sepang, wo am kommenden Sonntag mit dem GP von Malaysia der zweite WM-Saisonlauf stattfindet.

Auch für den 48-jährigen Hälfte-Mitbesitzer Berger ist die Entscheidung prinzipiell nichts Neues, waren doch vor genau einem Jahr ebenfalls in Malaysia trotz langfristiger Visionen bereits Verkaufsgerüchte aufgekommen. Seitdem ist das Thema nie abgeklungen. 

Mittlerweile haben aber absehbare Regeländerungen zu einem Sinneswandel bei Red-Bull-Boss Mateschitz geführt. Spätestens Ende 2009 könnte damit nun zumindest eine Hälfte des Teams zum Verkauf stehen. Überraschend kam aber offenbar selbst für Berger der Zeitpunkt der Bekanntgabe.

2005 um 50 Millionen Euro gekauft
Im September 2005 hatte Red Bull um geschätzte 50 Millionen Euro das italienische Nachzügler-Team Minardi gekauft und daraus - mit Mateschitz als finanziellem und Berger (zusammen mit Teamchef Franz Tost) als sportlichen Mastermind - die Scuderia Toro Rosso geformt. Red Bull, das mit dem zuvor aus Jaguar hervorgegangenen Team Red Bull Racing WM-Ambitionen hat, hatte in der Start-Up-Phase dank des zweiten Teams auch mehr Einfluss in der Formel 1.

Außerdem sollte Toro Rosso eine Art "Fahrschule" für die Piloten aus dem RB-Juniorenteam sein und sich - über kurz oder lang selbst finanziert - im Mittelfeld etablieren. Zumindest die letzten beiden Punkte sind nicht aufgegangen.

Formel 1 im Umbruch
Entscheidend ist nun aber offensichtlich, dass sich die Formel 1 seitdem in einem Umbruch befindet. FIA-Boss Max Mosley will die sündteure Motorsport-Königsklasse nicht nur umweltfreundlicher, sondern vor allem kostengünstiger machen. Auch deshalb war Red Bull einem Konzept gefolgt, über die gemeinsame Firma RB Technology Synergien zu nutzen und Autos für beide Teams bauen zu lassen.

Dieses "Kundenauto-Konzept" hat aber bei der Konkurrenz zu heftigen Protesten geführt. Ein anhängiges Gerichtsverfahren ist offiziell noch immer nicht entschieden. Offensichtlich ist sie mittlerweile obsolet, denn laut Mateschitz ist das von Red Bull genutzte Konzept - Sparpläne hin oder her - ab 2010 ohnehin verboten.

Berger: "Bin Mateschitz nicht böse"
"Ich verstehe also, dass Didi Mateschitz ohne Synergien keinen Sinn mehr sieht, zwei Teams aufzubauen", sagte Berger bei einer Pressekonferenz an der Rennstrecke. Der frühere F1-Pilot aus Tirol, der in seiner aktiven Zeit 210 Rennen bestritten und zehn gewonnen hat, ist zwar nicht über die Entscheidung informiert worden, "ich bin deshalb aber nicht böse", so Berger. Womöglich wird Red Bull ohnehin zumindest in der Übergangsphase als potenter Sponsor weitermachen. Berger ist überzeugt: "Mateschitz lässt uns sicher nicht hängen."

Es gehe um eine langfristig gesicherte Zukunft für das Team und hier vertraue er Mateschitz voll, ergänzte der Tiroler. Dieser hatte angekündigt, nur zu verkaufen, wenn er das derzeit mit Ferrari-Motoren fahrende Team, das sich beim WM-Auftakt  in Australien mit dem Vorjahres-Autos hervorragend geschlagen hat, in guten Händen wisse. Berger machte klar, dass er seinen Hälfte-Anteil am Rennstall gerne behalten würde. "Aber nur, wenn es sportlich Sinn macht und eine gleich gute oder bessere Zukunft gewährleistet ist."

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Sport
20.03.2008 13:12
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

KMM
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung