Er freute sich auf Schnitzel & Co., doch stattdessen fühlt sich Thomas Sch. nach einem Wirtshausbesuch in Pupping in Oberösterreich in die Pfanne gehauen und ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Denn obwohl Sch. mit sieben anderen Gästen zum Schmausen aufkreuzte, musste er 20 Euro Stornogebühr blechen, denn ein neunter Gast in der Runde war ausgefallen.
Das kulinarische Ärgernis begann am vergangenen Donnerstag um 12 Uhr mit einer simplen Reservierung für neun Gäste im Gasthaus „Zum Donauwirt“.
„Wir haben ein langes SMS vom Gasthaus mit der Überschrift ,Wir freuen uns auf Ihren Besuch! – Vielen Dank für Ihre Reservierung!‘ erhalten, was naturgemäß niemand vollständig liest“, schreibt Leser Thomas Sch., und setzt nach: „Weil kurzfristig eine Person krank geworden ist, waren wir dann nur zu acht im Lokal. Nachdem wir gegessen und getrunken hatten, haben wir auf drei Rechnungen insgesamt etwa 300 Euro mit einem Trinkgeld von rund zehn Euro bezahlt. Bei der Kontrolle der Rechnungen ist uns dann aufgefallen, dass uns der Lokalbetreiber ohne etwas zu sagen ,1 Stück – No-Show – 20,00 Euro‘ verrechnet hatte.“
Sch. ist immer noch siedend heiß auf den Wirt. Er gesteht aber ein, dass auf der Homepage des Gastrobetriebes und in dem SMS klar kommuniziert wurde, dass eine kostenfreie Stornierung bis 24 Stunden vor dem Termin möglich sei. Danach werde vom Gasthaus je nach Termin eine Gebühr von 15 bis 20 Euro pro „Geistergast“ kassiert.
Leider nimmt diese Unart, dass reserviert wird, dann aber keiner kommt, zu. Dieses Problem macht der ganzen Branche zu schaffen. Ich mach‘ da nicht länger mit.

Donauwirt Ronald Pilz
Bild: Donauwirt
Das sagt der Wirt dazu
Doch was sagt der Gastronom, der nun quasi öffentlich gegrillt wird, dazu? „Seine Frau hat bei mir reserviert. Ich hab’ sie am Telefon darauf hingewiesen, dass wir eine Stornogebühr haben. Jede Person, die nicht erscheint, kostet mich Geld, weil ich den reservierten Platz ja frei halten muss“, so Donauwirt Ronald Pilz.
Er halte es seit Jahresanfang so und sei „da ganz rigoros“ – „weil’s mit den Reservierungen, wo dann keiner kommt, einfach zu viel geworden ist“. Hätte ihn der Kunde am Abend oder in der Früh angerufen, wäre es kein Problem gewesen.
Der Gast als König, das war einmal. Und das liegt keineswegs nur an den Wirten, sondern auch an den Gästen, die sich nicht an die Regeln halten. Im konkreten Anlassfall dürfte es freilich auch zwischenmenschlich nicht wirklich harmoniert haben. Denn 20 Euro Stornogebühr sind schon eine sehr saftige Strafe.
Wie reagiere ich selbst, wenn’s beim Wirten gar nicht passt? Meistens erspar’ ich mir einen Kommentar. Der Gastrobetrieb sieht mich dann eben nicht mehr. Ich denke da an eine Pizzeria, wo für ein Glas Wasser fürs Enkerl 1,80 Euro zu blechen war. Da dachte ich mir: „Arrivederci, auf Nimmerwiedersehen.“
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