Adelboden-Slalom

Mario Matt gewinnt vor Benjamin Raich

Sport
07.01.2008 12:35
24 Stunden nach dem Schweizer Doppelsieg im Riesentorlauf haben die österreichischen Ski-Herren am Sonntag in Adelboden eindrucksvoll gekontert. Ebenfalls mit einem Zweifach-Triumph, denn Weltmeister Mario Matt gewann den Slalom auf dem Chuenisbärgli 0,10 Sekunden vor seinem Tiroler Landsmann Benjamin Raich. Rang drei ging an den Deutschen Felix Neureuther (+0,14 Sek.).

Die Österreicher präsentierten sich wie bereits am Samstag mannschaftlich top. Rainer Schönfelder, der ein beeindruckendes Comeback-Wochenende hinlegte, wurde Vierter, Youngster Marcel Hirscher sensationell Neunter. Matt hat in Adelboden nicht nur seinen ersten Saison-Sieg und insgesamt neunten Weltcup-Erfolg gefeiert, sondern auch im wieder entflammten Duell der Ski-Erzrivalen Österreich und Schweiz für den Ausgleich gesorgt. Beide Herren-Teams halten bei fünf Saisonerfolgen, nun geht das Duell in Wengen weiter.

Sieg trotz Schmerzen
"Endlich habe ich es wieder geschafft, meine Trainingsleistungen ins Rennen umzusetzen", freute sich Matt, der zuletzt in den Slaloms in Bad Kleinkirchheim und Alta Bada ausgeschieden war. Dabei hatte der 28-Jährige in Adelboden mit Schmerzen zu kämpfen, seine Rückenschmerzen wurden wieder akut.

"Beim Einfahren in der Früh sind die Schmerzen wieder voll eingeschossen. Heute ist es mir wirklich nicht gut gegangen. Aber das Positive ist, dass es in der Fahrposition noch am angenehmsten ist." Matt nahm vor dem Rennen Schmerzmittel und schaffte danach wie vor genau einem Jahr eine Art Befreiungsschlag. 2007 hatte Matt nach hartnäckiger Krise in Adelboden Rang drei belegt und danach eine eindrucksvolle Serie (inklusive WM-Gold) gestartet.

Raich baut Gesamtweltcup-Führung aus
Sein Trainingskollege Raich verteidigte in Adelboden seine Gesamtweltcup-Führung nicht nur, sondern baute sie auf 115 Punkte aus. Und im Slalom-Weltcup übernahm der 29-Jährige das Rote Trikot des Leaders. Auf einen gänzlich perfekten Tag für das ÖSV-Pärchen Benni Raich/Marlies Schild fehlten am Ende nur 0,10 Sekunden. "Ich freue mich, dass die Marlies wieder gewonnen hat", meinte Raich über den Sieg seiner Freundin in Spindlermühle.

Mit seiner eigenen Leistung war der Pitztaler vor allem im Finale zufrieden, in dem er einen Sprung vom achten auf den zweiten Rang schaffte. "Der Hang ist extrem schwierig, aber der zweite Lauf ist mir sehr gut aufgegangen", betonte Raich, der in Wengen erst nach der Super-Kombi (Freitag) entscheiden will, ob er in der Abfahrt (Samstag) startet.

Schönfelder war wie Matt mit Schmerzen, aber sehr erfolgreich unterwegs. Der Kärntner hat nach seinem Sturz Anfang Dezember in Bad Kleinkirchheim noch Schulterschmerzen, beeindruckte aber in der Schweiz. "Es freut mich sehr, so ins Jahr zu starten. So soll es weitergehen", meinte der Wahl-Wiener nach seinen Adelboden-Rängen acht und vier.

18-Jähriger sorgt für Sensation des Tages
Für die Sensation des Tages sorgte aber der 18-jährige Salzburger Hirscher. Technisch beeindruckend schaffte es der Riesentorlauf-Junioren-Weltmeister 2007 in seinem erst dritten Weltcup-Rennen unter die Top-Ten. "Ich habe meine Erwartungen weit übertroffen. Eigentlich wollte ich nur in die Punkteränge, mit so einem Ergebnis habe ich wirklich nicht gerechnet", meinte Hirscher, der bereits als künftiger ÖSV-Star gehandelt wird.

Zahlreiche Läufer ausgeschieden
"Wir sind wieder eine Skination", hatte das Schweizer Boulevard-Blatt "Blick" am Sonntag getitelt. Die Hausherren hatten aber 24 Stunden nach dem eindrucksvollen Doppelsieg im Riesentorlauf durch Marc Berthod und Daniel Albrecht wenig zu lachen. 11.000 Fans mussten mitansehen, wie eng im Skisport Erfolg und Misserfolg zusammenliegen. Ihre Hoffnungsträger Marc Gini, Berthod und Albrecht schieden allesamt im ersten Durchgang aus, Albrecht sogar schon beim dritten Tor.

Ausgeschieden im ersten Lauf sind auch die Österreicher Alexander Koll, Christoph Dreier, Romed Baumann und Patrick Bechter. Die Schweizer und Österreicher befanden sich aber in guter Gesellschaft, denn von 72 Startern kamen im ersten Durchgang nur 38 ordnungsgemäß ins Ziel, das bedeutete eine Ausfallquote von 47,2 Prozent. Wie fast immer erwischte es auch Bode Miller, der US-Amerikaner hat damit bei seinen vergangenen 29 Weltcup-Slalom-Starts nur sechs Mal gepunktet.

Reinfried Herbst war gut unterwegs, verpasste aber dann durch einen schweren Schnitzer im unteren Teil die Quali für den zweiten Lauf. "Das war eindeutig zu viel Innenlage. Wichtig ist aber, dass ich gut in Form und schnell bin", meinte der Salzburger. Auf eine neue Chance müssen die Slalom-Fahrer ja nicht lange warten, denn jetzt geht es mit den Klassikern in Wengen, Kitzbühel und Schladming so richtig Schlag auf Schlag.


Endstand Slalom in Adelboden:

1. Mario Matt AUT 1:48,45
2. Benjamin Raich AUT 1:48,55

3. Felix Neureuther GER 1:48,59
4. Manfred Mölgg ITA 1:49,14
. Rainer Schönfelder AUT 1:49,14
6. Ivica Kostelic CRO 1:49,22
7. Julien Lizeroux FRA 1:49,36
8. Jimmy Cochran USA 1:49,72
9. Marcel Hirscher AUT 1:49,73
10. Giorgio Rocca ITA 1:49,74
11. Bernard Vajdic SLO 1:49,78
12. Joel Chenal FRA 1:49,95
13. Andre Myhrer SWE 1:50,08
14. Giuliano Razzoli ITA 1:50,10
15. Jens Byggmark SWE 1:50,18
16. Ondrej Bank CZE 1:50,50
17. Steve Missillier FRA 1:50,52
18. Markus Larsson SWE 1:50,59
19. Naoki Yuasa JPN 1:50,62
20. Mattias Hargin SWE 1:50,88
21. Martin Hansson SWE 1:51,00
22. Alexandre Anselmet FRA 1:51,14
23. Truls Ove Karlsson NOR 1:51,39
24. Kilian Albrecht BUL 1:51,44
25. Michael Janyk CAN 1:51,52
26. Akira Sasaki JPN 1:55,60
27. Mitja Dragsic SLO 1:57,41
28. Thomas Mermillod Blondin FRA 2:02,84

Im zweiten Lauf ausgeschieden:
Jean-Baptiste Grange (FRA)
Ted Ligety (USA)

Nur 38 von 72 gestarteten Teilnehmern haben den ersten Durchgang beendet. Unter den Ausgeschiedenen: Alexander Koll, Romed Baumann, Patrick Bechter, Christoph Dreier (alle AUT), Marc Gini, Marc Berthod, Daniel Albrecht (alle SUI), Johan Brolenius, Anton Lahdenperä (beide SWE), Bode Miller (USA), Kalle Palander (FIN), Kentaro Minagawa (JPN), Patrick Thaler (ITA)

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(Bild: KMM)



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