Di, 19. Juni 2018

Die Orks sind los

31.10.2007 14:32

Heroes of Might and Magic V ¿ Tribes Of The East

Nicht erst seit der "Herr der Ringe"-Trilogie gelten sie als rüpelhafte, stinkende, brandschatzende und abgrundtief hässliche Horde von Kreaturen. Die gefürchteten Orks wollen in "Tribes Of The East" nicht mehr oder weniger als ihre Freiheit zurück. Geknechtet und versklavt, proben sie unter ihrem Anführer den Aufstand, um für ihre Freiheit zu kämpfen.

Mit dem jetzt vorliegenden "Tribes Of The East" zum fünften Teil von "Heroes of Might and Magic" dürfte die legendäre Serie nun zu einem Abschluss kommen. Obwohl "Tribes of the East" eigentlich ein AddOn ist, kann es ohne das Hauptprogramm gespielt werden. Dies ermöglicht auch Neulingen problemlos in die magische Welt einzutauchen.

Neben einem recht umfangreichen Multiplayer-Teil darf eine einzelne oder alle Kampagnen, verbunden durch eine durchgehende Geschichte, gespielt werden. Trotz des nicht mehr taufrischen Spiels präsentiert sich das Ganze grafisch sehr ansprechend. Die Geschichte wird mittels Ingame-Grafiken vorangetrieben, wobei die typische Textlastigkeit glücklicherweise nicht mehr in diesem Ausmaß gegeben ist. Damit kommt es auch bei den Zwischensequenzen nicht zu unnötigen Längen.

Im Spiel selbst sorgt der rundenbasierte Aufbau, der heutzutage schon etwas antiquiert wirkt, für eine erholsame Abwechslung zu den hektischen Echtzeitstrategiespielen. Es tut zur Abwechslung mal richtig gut, in aller Ruhe und wohl überlegt seinen nächsten Zug durchführen zu können. Einerseits bewegt man seine Einheiten über die Karte, erkundet verschiedene Gebäude, entdeckt Gold und Rohstoffe oder rekrutiert neue Streitkräfte. Andererseits stehen einem dabei verschiedene Gegner im Weg. Anfangs kommt es immer zu einem Kampf. Später jedoch, wenn einem der glorreiche Ruf  des gefürchteten Feldherrn vorauseilt, nehmen die Gegner ab und an schnell ihre Beine in die Hand, um schleunigst die Flucht zu ergreifen. 

Die Kämpfe erfolgen auf einem eigenen Kampfbildschirm und verlaufen ebenfalls rundenbasiert. Da es die Orks vor allem nach Blut dürstet, ist eine defensive Spielweise fehl am Platz. Die Zentauren mit Pfeil und Bogen mögen möglichst auf Distanz bleiben, während die Orks sich mit Gebrüll auf den Gegner stürzen. Mit jedem erfolgreichen Treffer verfallen sie immer mehr in einen Blutrausch, der ihre Kraft weiter erhöht.

Unterstützt werden sie dabei von ihrem Anführer, einem echten Helden, der die Fähigkeit besitzt, gegnerische Magie abzuschwächen und den Blutrausch noch stärker anzufachen. Da Orks bekanntlich keine Magier, sondern waschechte und erbarmungslose Krieger sind, steht einem kein Arsenal an Zaubersprüchen zur Verfügung. Dies fällt allerdings nicht weiter ins Gewicht, denn die Kämpfe gestalten sich auch so kurzweilig und herausfordernd.

Mit jeder erfolgreichen Schlacht erhöht sich schließlich der Stand an Erfahrungspunkten. Ab gewissen Grenzwerten steigt der Held genretypisch zur nächsten Stufe auf, wodurch neue Fähigkeiten erworben oder bestehende verbessert werden können. Eine weitere Möglichkeit, um an Erfahrungspunkte zu gelangen, ist das Opfern nicht mehr benötigter Einheiten an einem dafür vorgesehen Schrein. So verstärkt man ohne Eile nach und nach seine Armee, erhöht die Fähigkeiten des Helden und erfüllt in aller Ruhe einen Missionspunkt nach dem anderen.

Fazit: Die schon ein wenig ergraute "Might and Magic"-Reihe macht auch in dieser AddOn-Fassung jede Menge Spaß. Technisch sauber umgesetzt und ausgereift setzt das rundenbasierte Strategiespiel einen wohltuenden Kontrapunkt zu der Flut an Echtzeitstrategiespielen. Der niedrig angesetzte Verkaufspreis sollte auch die letzten Zweifler überzeugen, den fiesen Orks doch eine Chance zu geben.

Plattform: PC
Publisher: Ubisoft
Krone.at-Wertung: 87%

von Harald Kaplan

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