Di, 18. Dezember 2018

Bild der Verwüstung

20.10.2007 14:34

Bombenanschlag auf Einkaufszentrum in Manila

Bei einem schweren Bombenanschlag in einem belebten Einkaufszentrum der philippinischen Hauptstadt Manila sind am Freitag neun Menschen getötet und 113 weitere verletzt worden. Die Glorietta Mall im schicken Geschäftsviertel Makati wurde laut Polizei durch die Explosion schwer beschädigt. Mehrere Decken drohten einzustürzen. Nachdem kurz nach der wuchtigen Detonation am Mittag von einer Gasexplosion die Rede gewesen war, stellte der nationale Polizeichef Avelino Razon klar: "Es war eine Bombe".

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Laut Polizei gab es keine Drohungen. Manila war in der Vergangenheit mehrmals Schauplatz islamistischer Anschläge.

Manilas Polizeichef Geary Barias rechnete mit mehr Opfern. Die Schäden in dem Einkaufszentrum seien beträchtlich. Die Trümmer verteilten sich auf einer Fläche von 200 Quadratmetern. Die "heftige Explosion" habe einen acht Meter großen Krater in den Betonboden gerissen, sagte ein Stadtrat von Makati. Im Dach des zweiten Stockwerks klaffe ein Loch. Die Mehrheit der Opfer seien Angestellte. Laut Augenzeugen wurde eine Betonwand regelrecht umgeblasen.

Explosion in der Kinderabteilung
Nach dem lauten Knall seien Besucher des Einkaufszentrums in Panik aus dem Gebäude gerannt, aus dem Rauch quoll, berichtete ein Augenzeuge. Die Explosion habe sich in einem Teil des Shopping Centers ereignet, in dem es viele Spielzeug- und Babykleidungsgeschäfte gebe, sagten andere Überlebende.

"Es war so heftig", sagte der Verkäufer eines Bekleidungsgeschäfts, Jeric Balendes, während Sanitäter Schnitte und Abschürfungen an seinem Körper versorgten. "Das Dach kam runter. Ich konnte meine drei Kollegen schreien hören. Durch ein enges Loch konnte ich raus. Ich weiß nicht, ob sie es auch schafften." Auf dem Parkplatz der Glorietta Mall wurden Verletzte notversorgt. Trümmer und Holz bedeckten zwei Autos und zwei Lieferwagen vor der Mall.

Tiefe Betroffenheit bei Politikern
Die Polizei war zunächst von einer Gasexplosion in einem Restaurant ausgegangen, korrigierte sich aber kurz darauf. Staatspräsidentin Gloria Arroyo zeigte sich "tief betroffen". Ihr nationaler Sicherheitsberater Norberto Gonzales hatte unlängst gewarnt, auch künftig seien Anschläge auf sogenannte weiche Ziele wie Einkaufszentren nicht auszuschließen. Die Vereinigten Staaten und Australien boten umgehend Hilfe bei der Aufklärung des Anschlags an.

Bei einem Anschlag auf einen Bus in der Nähe der Glorietta Mall waren im Februar 2005 vier Menschen getötet worden. Für die Tat wurden Islamisten verantwortlich gemacht. Im vergangenen Jahr kamen beim bisher schwersten Anschlag auf den Philippinen mehr als hundert Menschen an Bord einer Fähre ums Leben, die von Militanten in der Bucht von Manila attackiert wurde.

Auf den Philippinen sind unter anderem der südostasiatische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, Jemaah Islamiyah (JI), die islamische Moro-Befreiungsfront (MILF) und die Rebellengruppe Abu Sayyaf aktiv.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Viele Verletzungen
Olympiasieger Viletta beendet seine Karriere
Wintersport
Verdächtiger in Haft
Junge Touristinnen in Marokko getötet
Welt
„Sind glücklich“
Hoeneß bleibt Bayern-Aufsichtsratsvorsitzender
Fußball International
Ehre für Salzburger
Gishamer ersetzt Drachta als FIFA-Schiedsrichter
Fußball International
Ein Jahr in Zahlen
So turbulent war das Flugjahr 2018
Reisen & Urlaub
Blutspur hinterlassen
Alkolenker flüchtet und versteckt sich unter Bett
Niederösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.