09.10.2007 10:25 |

Extrem-Kurpfuscher

Betrügerische "Wunderheiler" in Salzburg enttarnt

Nach fast einem Jahr Ermittlungstätigkeit hat die Salzburger Polizei drei Österreicher und ihre fünf philippinischen „Wunderheiler“ als Betrüger und Kurpfuscher enttarnt. Sie sollen etwa 720 Personen „Heilbehandlungen“ versprochen, aber in Wahrheit kräftig abkassiert haben. Außerdem wird ihnen vorgeworfen, an gut 100 Personen Operationen durchgeführt zu haben, die eigentlich einem Arzt vorbehalten sind und eine medizinische Ausbildung voraussetzen.

In den vergangenen 25 Jahren haben eine Frau aus dem Flachgau, ihr Ehemann, fünf philippinische Heiler sowie eine österreichische Bekannte der Hauptverdächtigen an etwa 720 Personen eigenmächtige Heilbehandlungen durchgeführt. Sie haben sich damit über die Jahre gut 63.500 Euro als Nebenbrot verdient, wobei es sich dabei laut Polizei um den Mindestertrag handeln soll. Die Summe der Einnahmen dürfte ein Vielfaches höher sein, zumal viele der Geschädigten aus Scham keine oder nur bedingt Auskünfte erteilen wollten.

Die Höhe sind aber die 100 Operationen, die die drei österreichischen Staatsbürger und ihre fünf philippinischen Komplizen ohne medizinische Ausbildung an ihren „Patienten“ durchgeführt haben sollen. Sie gefährdeten die körperliche Sicherheit ihrer Kunden und sollen auch fremdes Blut an den „Patienten“ verwendet haben, um diese zu täuschen bzw. ihnen Krankheiten vorzugaukeln. Nähere Details zu den OPs und Falschdiagnosen gab die Polizei aber nicht bekannt.

Summa summarum wird allen, je nach Vorwerfbarkeit der Schuld, Folgendes angelastet: zumindest in 475 Fällen der Verdacht der Kurpfuscherei, zumindest in 100 Fällen Verdacht der Gefährdung der körperlichen Sicherheit, zumindest in 79 Fällen der Verdacht des Betrugs, wobei Gewerbsmäßigkeit angenommen werden muss. Sämtliche der Verdächtigen befinden sich auf freien Fuß. Die philippinischen „Heiler“ sind nicht greifbar, sie dürften Österreichs verlassen haben.

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