01.10.2007 07:57 |

Nutzen umstritten

Ab jetzt hat auch Benzin einen "grünen Anstrich"

Zwei Jahre nach Einführung von "Biodiesel" erhält nun auch der Benzin einen grünen Anstrich. Ab nun werden rund 4,4 Prozent von dem Ackertreibstoff Ethanol zugesetzt. Umweltminister Josef Pröll will damit den CO2-Ausstoß reduzieren und den Selbstversorgungsgrad Österreichs erhöhen.

Beide Effekte sind aber sehr umstritten. Außerdem verteuert das Ethanol das Benzin an der Tankstelle, kritisiert der ARBÖ.

CO2-Speicher Regenwald wird gerodet
Während Österreichs Bauern hoffen, mit dem "Ackerbenzin" eine neue Einkommensquelle zu bekommen, kritisieren Umweltschützer, SPÖ, Grüne und Arbeiterkammer den Einsatz von Energiepflanzen für den Autotank.

Ihr Vorwurf: Der Selbstversorgung Österreichs bringt der Einsatz fast nichts, da der Rohstoff größtenteils aus Südostasien und Südamerika kommt. Und dort würden für den massiven Bedarf an Ackertreibstoff die Regenwälder gerodet, die ein zentraler CO2-Speicher sind. Außerdem würden die Ureinwohner vertrieben. Dazu kämen steigende Preise für Lebensmittel.

Ackertreibstoffe müssen subventioniert werden
Die Kritiker stützen sich dabei etwa auf Studien der OECD und der Internationalen Energieagentur, die vor dem Einsatz von Biotreibstoffen warnen. Außerdem weisen beide Institutionen auf die hohen Kosten für die Steuerzahler hin. Ackertreibstoffe sind derzeit nur mit Subventionen konkurrenzfähig. Die Landwirte verwehren sich gegen die Kritik und betonen, dass ihre Produkte immer noch umweltfreundlicher seien als fossile Brennstoffe. 

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