Der Eine ist intelligenter, der Andere ein bisschen weniger intelligent. Oder auch ein bisschen viel weniger. Doch darauf, wie gut wir durch's Leben kommen, hat das weniger Einfluss als bisher angenommen. Sagt jedenfalls eine Gruppe aus österreichischen und deutschen Forschern nach ausgiebigen Tests mit Taxifahrern.
Übung macht den Meister, nicht Intelligenz.Das alte Sprichwort sehen die Wissenschaftler bestätigt.Wenn es um Aufgaben aus einem vertrauten Fachgebiet geht, müssenweniger intelligente Menschen ihr Gehirn demnach nicht mehr anstrengenals hochintelligente Personen.
Test 1 Elsbeth Stern vom Berliner Max-Planck-Institut fürBildungsforschung und ihre Kollegen haben 31 erfahrene Taxifahreraus Graz zur Studie gebeten. Für eine bestimmte Route durchdie Stadt sollten sie angeben, ob sie bestimmte Straßenkreuzen würde oder nicht. Mit Hilfe von EEG-Elektroden wurdebei diesem Denkvorgang die Gehirnaktivität der Versuchspersonenüberprüft. Alle Männer lösten die vertrauteAufgabe ähnlich mühelos - trotz unterschiedlicher Leistungenin Intelligenztests wurden jeweils nur kleine Gehirnbereiche aktiviert.
Test 2 Auch die räumliche Intelligenz der Taxifahrerwurde gefordert. 30 Sekunden lang sollten sie sich eine Routedurch ein fiktives Straßennetz einprägen. Anschließenderschienen auf einem Bildschirm rote Punkte auf einer Blankokarte(ohne Straßenbezeichnungen) und die Teilnehmer mussten entscheiden,ob der jeweilige Punkt auf ihrer Route lag oder nicht. Hier zeigtensich Unterschiede zwischen den mehr und den weniger Intelligenten:Die Intelligenteren lösten dieses Problem mit deutlich geringeremgeistigen Aufwand als ihre Kollegen mit schlechteren Testergebnissen.
Ausgleich durch Übung Wer nicht so "helle" ist, kann dieses Manko durchVorwissen und Übung ausgleichen, sagt Professor Stern, ohneWissen geht's aber überhaupt nicht, und wenn man noch sointelligent ist. Ganz blöd darf man aber auch nicht sein,denn erst wenn man im Hirnkastl überhaupt fit genug ist zuLernen, gelte nach wie vor das Sprichwort: Übung macht denMeister.
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