Mo, 16. Juli 2018

Tom-Cruise-Film

29.08.2007 16:48

"Valkyrie"-Statisten fordern Schadenersatz

Nach dem Unfall bei den Dreharbeiten für den Tom-Cruise-Film "Valkyrie" fordern mehrere der elf Verletzten Schadenersatz von der Produktionsfirma. "Die Verantwortlichen am Set haben mit menschenverachtender Gleichgültigkeit mit der Gesundheit und dem Leben der Komparsen gespielt", sagte Rechtsanwältin Ariane Bluttner laut einer Mitteilung. Das Landesamt für Arbeitsschutz kündigte schärfere Sicherheitsauflagen für die Dreharbeiten an.

Die Rechtsanwältin drohte mit einer Sammelklage in den USA, falls die amerikanische Produktionsfirma die Verletzten nicht "unbürokratisch und schnell" entschädigen sollte. Den Verantwortlichen am Set sei schon Tage vor dem Unfall bekanntgewesen, dass die Fahrzeuge erhebliche Sicherheitsmängel aufwiesen, meint die Anwältin. Sie hätten den Unfall "billigend in Kauf genommen". Deshalb verstehe sie auch nicht, warum die Staatsanwaltschaft nur wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittle, nicht wegen Vorsatzes.

Unterschriftenaktion
Einige Statisten begannen mittlerweile mit einer Unterschriftenaktion, um der Produktionsfirma ihren Unmut über die schlechten Sicherheitsvorkehrungen deutlich zu machen. "Uns ist wichtig, dass sich so etwas nicht wiederholt", sagte Alexander Klute, der bei dem Unfall verletzt wurde, der Hörfunkagentur dpa-Rufa.

Der Leiter des Arbeitsschutzamtes, Robert Rath, kritisierte ein mangelndes Sicherheitsbewusstsein bei Dreh-Terminen. "In der Filmbranche wird erfahrungsgemäß kein allzu großer Wert auf die Sicherheit gelegt. Arbeitsschutz gilt als verzichtbar." Lediglich für die
Sicherheit der Hauptdarsteller und die teure Technik sei fast immer gesorgt.

Verantwortlich für den Unfall sei derjenige, der den Darstellern die letzte Anweisung gegeben habe. "Wer sagt: 'Ihr setzt euch jetzt da auf diesen Laster', der muss sich auch um den Arbeitsschutz kümmern", betonte Rath. In der Regel seien also der Regisseur oder der Aufnahmeleiter verantwortlich. Dass das Amt mit einem Drehstopp drohen müsse, bezeichnete Rath aber als unwahrscheinlich.

Von United Artists war zu den Vorwürfen der Komparsen bisher keine Stellungnahme zu erhalten. "Es wird nicht erwartet, dass der Zwischenfall sich auf den Drehplan auswirken wird", betonte die Produktionsfirma.

Schon im Vorfeld gab es Kritik
In dem Film spielt Cruise den Hitler-Attentäter Claus Graf Schenk von Stauffenberg. Der Film um das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 wird zum Teil am historischen Ort im Berliner Regierungsviertel gedreht.

Der Film war in die Kritik geraten, weil der Schauspieler Anhänger der umstrittenen Scientology-Organisation ist. Das Filmteam erhielt außerdem keine Drehgenehmigung für den Berliner Bendlerblock, wo Stauffenberg und drei Gleichgesinnte hingerichtet wurden.

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