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20.08.2007 12:49

Chavez will Uhren in Venezuela vorstellen

Venezuelas Präsident Hugo Chavez plant, die Uhren in seinem Land eine halbe Stunde vorzustellen. Es gehe bei der Maßnahme um die Auswirkungen von Sonnenlicht auf den Stoffwechsel des Menschen, erläuterte der Staatschef in einer siebenstündigen (!) Sendung seiner Fernsehshow "Hallo Präsident".

Das menschliche Gehirn werde durch Sonnenlicht beeinflusst, gab der Präsident, der sich in seinem Land auf dem besten Weg zum autoritären Herrscher befindet, zum Besten.

Sein Wissenschaftsminister Hector Navarro, der in der Sendung zu Gast war, betonte, von der durch die Zeitverschiebung längeren Helligkeit profitierten "alle Venezolaner bei ihrer Arbeit und in ihren Studien". Mit der Zeitumstellung läge Venezuela nicht mehr fünf, sondern nun nur noch viereinhalb Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit.

Hugo Chavez gilt als scharfer US-Kritiker und sorgte in letzter Zeit wiederholt durch ungewöhnliche Polit-Aktionen für Aufsehen. Zuletzt wollte er eine unbegrenzte Wiederwahl für das Präsidentenamt durchsetzen, davor drehte er privaten (kritischen) TV-Sendern die Geldhähne zu, schüchterte die politstarke Oberschicht Venezuelas ein und sorgte mit der Ankündigung vom Austritt Venezuelas aus der Weltbank und dem internationalen Währungsfond für Aufsehen.

Chavez gilt als Freund und Verehrer Fidel Castros und lässt sich in seiner Heimat oft bei geschickt und PR-wirksam inszenierten Umzügen feiern. Zudem fröhnt er dem Populismus, in dem er westliche Länder und die USA vor seinen Bürgern als "die Bösen" charakterisiert.

Chavez: "USA planen Putsch"
Aktuell wirft er den USA vor, in den Streitkräften seines Landes Verschwörer für einen Putsch gegen ihn anwerben zu wollen. Damit solle die von ihm vorgestellte Verfassungsreform unterlaufen werden, mit der er die Begrenzungen für die Wiederwahl des Präsidenten abschaffen und seine Amtszeit von 6 auf 7 Jahre verlängern will.

"Die Verschwörung hat bereits begonnen", sagte Chavez in seiner wöchentlichen Radio- und Fernsehsendung. "Die Botschaften zirkulieren in den Kasernen. Die Hand der CIA, das Imperium, steckt dahinter. Sie versuchen einen Putsch." Vor fünf Jahren überstand Chavez einen Putsch, hinter dem er auch die CIA vermutete. Chavez kennt sich mit Staatsstreichen gut aus, schließlich hatte er sich 1992 selbst an einem Militärputsch gegen die damalige Regierung beteiligt.

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