23.07.2007 11:24 |

Mehr Verkehr

LKW-Transit steigt weiter an

In den vergangenen 20 Jahren ist der Lkw-Transit durch Österreich auf das Zweieinhalbfache angewachsen. Gleichzeitig verlor die Bahn Marktanteile, so eine aktuelle Analyse des Wirtschaftsforschungsinstitutes Wifo. Mit 28,2 Millionen Tonnen entfällt das weitaus größte Transportaufkommen im Transitverkehr demnach auf die relativ dicht besiedelte und lärmsensible Inntal-Brenner-Route.

Das Wifo regt an, den Verkehr über den Preis für die "knappe Ressource Straße" zu regeln. "Das erfordert freilich, dass der Staat für die Nutzung dieser Ressourcen Märkte schafft, die entsprechende Preissignale geben", hieß es.

Ökopunkte-Regelung bringt mehr Transit
In der Vergangenheit sah es so aus: Mit Hilfe des "Transitvertrags" sollte das Wachstum des Schwerverkehrs auf der Brennerautobahn gebremst werden. Das Transportaufkommen war im Straßentransit in den zehn Jahren vor Inkrafttreten des Transitvertrags um 32 Prozent gestiegen, in den zehn Jahren unter der Ökopunkte-Regelung vergrößerte es sich um 57 Prozent. Der starke Anstieg erfolgte deshalb, weil die Ökopunkte nicht routenbezogen waren, sondern für alle Transitfahrten in ganz Österreich galten.

Frächter setzten ihr Ökopunktekontingent auf jenen Routen ein, auf denen die besten Erträge zu erzielen waren. Der Marktanteil der Bahn schrumpfte von 32 Prozent im Jahr 1994 auf 23 Prozent 2005, rechnete das Wifo vor.

Vergleich zur Schweiz
Zum Vergleich: Die Schweiz schloss 1999 mit der EG ein "Landverkehrsabkommen" ab und setzte das höchstzulässige Gesamtgewicht für Lkw schrittweise von 28 t auf 40 t hinauf. Parallel dazu wurde die "Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe" flächendeckend auf dem gesamten Straßennetz angehoben. Trotz des Anstiegs der Straßenabgabe erhöhte sich das Transportaufkommen im Lkw-Transit durch die Schweizer Alpen zwischen 2000 und 2005 um 75 Prozent. Der Marktanteil der Bahn betrug 2000 78 Prozent, 2005 72 Prozent.

Symbolbild / Foto: Christof Birbaumer

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