Bombenbau aus Internet

Austro-Tschetschene (18) plante Botschafts-Terror

Österreich
18.01.2026 18:30

Österreichs erste Geheimdienst-Chefin hatte vor dem brandgefährlichen Terror-Trend im „Krone“-Interview gewarnt – wie zur Bestätigung wurde nun ein geplanter Anschlag durch einen jugendlichen IS-Fanatiker verhindert: Ein 18-jähriger hier geborener Austro-Tschetschene wollte in der israelischen Botschaft in Berlin mit einem Bombenattentat ein Blutbad anrichten.

DSN-Direktorin Sylvia Mayer hatte, wie berichtet, die beängstigende Entwicklung hin zum Tatort Kinderzimmer bestätigt. So war 2024 fast jeder zweite Terrorverdächtige in Österreich unter 18 Jahre alt. Der Islamische Staat hat jedenfalls seit dem furchtbaren Angriff der Hamas auf Israel vor mehr als zwei Jahren auch durch TikTok-Hassprediger und radikale Influencer wieder an Zulauf gewonnen.

Mörderischer Plan nach IS-Treueschwur gereift
Jetzt der nächste spektakuläre Fall mit einem jugendlichen IS-Fanatiker. Dem Verdächtigen wurde vor dem Kammergericht in Berlin der Prozess gemacht. Angeklagt war der in Österreich geborene und mehrere Jahre hier lebende Tschetschene – zuletzt wohnte er mit Mutter, zwei Brüdern und der Schwester in einer Flüchtlingsunterkunft in Potsdam –, weil er nach einem Treueschwur auf den IS spätestens ab Februar 2025 ein Attentat auf die israelische Botschaft in der deutschen Millionenmetropole geplant haben soll.

Bombenbauanleitung aus dem Internet
Ahkmad E. wollte laut Ermittlungsbehörden entweder mit einer selbst gebastelten Briefbombe oder einem Messer ein Blutbad anrichten und so viele „Ungläubige“ wie möglich töten. Die Anleitung für den Bau der Höllenmaschine hatte er sich im Internet besorgt.

Der wegen Anschlags-Planung angeklagte Austro-Tschetschene Ahkmed E. verbirgt sein Gesicht vor ...
Der wegen Anschlags-Planung angeklagte Austro-Tschetschene Ahkmed E. verbirgt sein Gesicht vor dem Kammergericht in Berlin hinter einem Aktenordner.(Bild: Christophe Gateau)

Doch er scheiterte bei der Beschaffung des Sprengstoffs. Deshalb wollte sich 18-Jährige nach Saudi-Arabien absetzen und der radikal-islamistischen Mörderbande als Kämpfer anschließen. Zur Finanzierung seiner Reise hatte er zwei Mobilfunkverträge geschlossen und die dazugehörigen Handys, mit denen er via Messenger-Dienst mit IS-Anhängern gechattet hatte, verkauft. Er wurde jedoch am Flughafen Berlin-Brandenburg gestoppt und festgenommen.

Angeklagter gibt sich vor Gericht reumütig und geläutert
Vor Gericht gab sich der Austro-Tschetschene jedenfalls geläutert und reumütig. Radikalisiert hätte sich der mittlerweile 19-Jährige laut seinen Aussagen im Zuge eines mehrmonatigen Heimatbesuchs bei seinem Vater in Tschetschenien. Dort habe er sich aus Hass auf Russland dem IS zugewandt. Der Grund sei eine persönliche Krise, einhergehend mit Orientierungs- und Perspektivlosigkeit, gewesen.

Dass er tatsächlich einen Anschlag geplant habe, bestritt Ahkmad E. energisch. Es sei ihm lediglich um Anerkennung anderer IS-Anhänger gegangen. Der Richter sah jedoch eine hohe Empathielosigkeit beim jungen Angeklagten. Wegen „Reifeverzögerung“ wurde der zur Tatzeit noch 18-Jährige unter anderem wegen einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt.

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