18.06.2007 14:20 |

"Das ist Sparta!"

Ancient Wars: Sparta

Sparta und seine ruhmreichen 300 unter der Führung des Leonidas waren, basierend auf einer Comic-Vorlage, erst unlängst in ihrem Kampf gegen die Perser in den heimischen Kinos zu sehen. Dieses Szenario der Antike bietet sich geradezu an, die größten damaligen Heere gegeneinander aufmarschieren zu lassen. Diesen Gedanken hatten wohl auch die Entwickler von "Ancient Wars: Sparta", denn in ihrem Echtzeitstrategiespiel kämpfen Spartaner, Perser und Ägypter um die Vorherrschaft. Mit dem Film 300 hat das Spiel übrigens nichts gemeinsam, allerdings sorgen teils innovative Ideen für frischen Schwung.

Während zu anfangs die Truppen bereits vorhanden sind und man bei den Spartanern Leonidas, der über eine um einiges höhere Kampfkraft verfügt, als Helden zur Verfügung hat, so muss später ganz klassisch zuerst eine Basis aufgebaut werden. Dazu gibt es jede Menge Sklaven, die, bevor der Bau beginnen kann, erst einmal die Rohstoffe beschaffen müssen.

Da die Gebäude teuer sind und die eigenen Mittel stets knapp, sollte mit Bedacht eine Auswahl getroffen werden. Leider sind die Sklaven weder durch gutes Zureden, noch durch Drohungen dazu zu bewegen, schneller zu arbeiten. Dadurch sitzt man die ersten Minuten gelangweilt vor dem Bildschirm und sieht ihnen beim Rohstoffe sammeln und bauen zu. Die Sklaven besitzen noch eine weitere wichtige Funktion, denn sie sorgen auch für die Verköstigung der Armee. Sollte es zu einem Nahrungsengpass kommen, verliert die Truppe zusehends an Moral und Kampfkraft.

Beim Rekrutieren der Soldaten muss jeweils deren Bewaffnung ausgewählt werden. Je besser die Waffen und Schilder, umso teurer wird das Ganze auch. Ziehen die erworbenen Einheiten unter der Führung ihres Helden in die Schlacht, entsteht schnell ein wildes Gemetzel, bei dem die Eingriffsmöglichkeiten relativ begrenzt sind. Neu ist der Einfluss des Windes auf die Effektivität der Bogenschützen, welche mit dessen zunehmender Stärke stetig abnimmt. Es besteht auch die Möglichkeit, beim Kampf herrenlos gewordene Pferde zu übernehmen. Zudem können fallengelassene Waffen von den Sklaven aufgesammelt und damit schneller eine bessere Bewaffnung entwickelt werden.

Da das Aufbauen des Heeres lange dauert und die computergesteuerten Gegner sehr aggressiv vorgehen, sollte der Schutz der eigenen Basis ein wesentliches Ziel sein. Zu diesem Zweck lassen sich verschiedene Fallen aufstellen, die - strategisch gut platziert - einen Großteil der anrückenden Gegnerschaft ausschalten können.

Die einzelnen Missionen sind zwar recht abwechslungsreich gestaltet, doch letztendlich muss fast immer die gegnerische Basis zerstört werden. Etwas mehr Einfallsreichtum wäre hier nicht schlecht gewesen.

Grafisch wurde "Ancient Wars: Sparta" sehr gut in Szene gesetzt. Zu bemängeln ist aber die fehlende Übersichtlichkeit, denn Hinauszoomen ist nur sehr begrenzt möglich. Die KI präsentiert sich recht ordentlich wobei es ab und an bei der "Weg-Findung" der eigenen Einheiten zu ärgerlichen Problemen kommt und sie manuell um ein Hindernis geführt werden müssen.

Multiplayer-Gefechte sind ebenfalls implementiert worden. Hier erweist sich leider das langsame und langwierige Aufbauen der eigenen Basis als großes Handicap und Motivationskiller.

Fazit: "Ancient Wars: Sparta" sorgt durch ein unverbrauchtes Setting und einige innovative Ideen für frischen Wind im Echtzeitstrategiebereich. Leider hapert es am Spielfluss, da man sich anfangs mit dem langwierigen Aufbauteil auseinandersetzen muss. Wen das nicht stört, der wird mit Spartanern, Persern und Ägyptern gerne heiße Gefechte austragen.

Plattform: PC
Publisher: Eidos
Krone.at-Wertung: 84%

von Harald Kaplan

Montag, 21. Juni 2021
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