Mini-Inspektoren

Stopp, Kinderpolizei

„Ich geh´ zur Cobra. Mein Papa wollte Polizist werden, aber er war zu klein“ - geschickt hantiert der achtjährige Niklas mit dem Funkgerät. Er und 130 Freunde der Volksschule Esternberg wurden an einem Tag zu „Kinderpolizisten“. Da erklären echte Beamte etwa, wie wichtig der Gurt ist: „Oder springt ihr vom 5-Meter-Turm ins leere Schwimmbecken?“, fragt der Inspektor die Kinderschar, die genau wusste, dass Tempo 40 beim Autofahren nicht schnell ist. Dass dann ein Anprall ohne Gurt so weh tut, das wussten die Kids nicht.

Andere Kinder schauen Polizistin Sarah beim Fingerabdrucknehmen zu. „Das ist wie im Fernsehen“, sagt ihre achtjährige Namensvetterin Sarah. Drogenspürhund Achie ist neben dem Hubschrauber und dem Motorrad der Liebling der Schüler. Mit dem gutmütigen Schäfer gehen die Kinder auf Tuchfühlung - nur eine Lehrerin hat Angst. „Ihr dürft nie ein Tier schlagen“, mahnt der Hundeführer, der Achie gegen zwei Kinder Seilziehen lässt. Achie siegt meist.

Seit dem Jahr 2004 wurden in OÖ knapp 5000 Kinderpolizisten ausgebildet. Jetzt geht man bei der Präventions-Abteilung des Landeskriminalamts weiter. „Kinderpolizisten, die Gefahren sehen, sollen darüber etwas schreiben und abgeben. Dann werden sie befördert, kriegen Anstecker mit bis zu drei Sternen, je nachdem, wie fleißig sie sind“, erklärt Kurt Süss, der die Ausbildung in Esternberg leitete. Die drei besten Ideen werden mit dem Raiffeisen-Sicherheitspreis prämiert.

Die Kinderpolizisten sind ohnehin im Dauereinsatz. So erklärte ein Mädchen einem „großen Kollegen“, der Mamas Auto gestoppt hatte: „Ich bin Kinderpolizistin und hab´ eh aufgepasst, sie hat alles richtig gemacht.“ - damit war die Verkehrs-Kontrolle erledigt. Übrigens: Die Kinder dürfen nur Verwandte und Freunde belehren. Statt Strafen gibt´s für Sünder Aufgaben. „Dann muss Papa mit mir Radlfahren“, freut sich René schon jetzt auf Vatis ersten Patzer.

 

 

Foto: Markus Schütz

Donnerstag, 24. Juni 2021
Wetter Symbol