22.04.2007 16:00 |

Schwere Gefechte

Rund 200 Tote bei Kämpfen in Mogadischu

Bei den schwersten Kämpfen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu seit Anfang April sind in den letzten fünf Tagen nach Meldungen der somalischen Nachrichtenagentur Shabelle vom Sonntag rund 200 Menschen getötet worden. Mehr als 400 weitere seien verletzt worden. Die Straßen seien von verwesten und manchmal geköpften Leichen übersät und das Medina-Krankenhaus mit Verletzten überfüllt, berichtete Shabelle unter Berufung auf den Krankenhaus-Direktor.

Aufständische und islamistische Milizen lieferten sich am Wochenende den ganzen Tag über heftige Gefechte mit Truppen der somalischen Übergangsregierung und mit ihr verbündeten äthiopischen Soldaten. Die Kämpfe wurden mit Granaten, Luftabwehrraketen und Maschinengewehren ausgetragen. In zwei Stadtvierteln von Mogadischu gingen nach Angaben von Augenzeugen allein am Samstag wenigstens 100 Geschosse nieder.

320.000 Menschen vor Kämpfen geflüchtet
Mehr als 320.000 der weit rund zwei Millionen Einwohner Mogadischus sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR seit Anfang Februar vor den Kämpfen geflüchtet. Die meisten von ihnen suchten in Behelfslagern außerhalb der Stadt Zuflucht. Hilfsorganisationen warnten vor einer humanitären Katastrophe.

Chaos und Anarchie
Mogadischu ist nach der Eroberung durch äthiopische und somalische Regierungssoldaten zur Jahreswende in Chaos und Anarchie versunken. Die islamischen Milizen, die die Stadt ein halbes Jahr lang unter Kontrolle und für relative Ordnung gesorgt hatten, kämpfen nun zusammen mit Anhängern des einflussreichen Hawiye-Clans gegen die ausländischen Soldaten im Land, darunter auch 1.500 von der Afrikanischen Union entsandte ugandische Friedenssoldaten.

Symbolbild