03.04.2007 17:27 |

Selbstüberschätzung

Hochseilartist stürzt neun Meter in die Tiefe

Bei einer Vorstellung des Zirkus "Flic Flac" im deutschen Dortmund ist ein Hochseil-Artist neun Meter in die Tiefe gestürzt. Der 37-Jährige sei auf den Boden der Manege aufgeschlagen und habe sich an Rücken, Kopf und Beinen schwer verletzt, wie die Staatsanwaltschaft Dortmund am Dienstag mitteilte.

Sein Zustand sei kritisch, Lebensgefahr bestehe aber nicht. Zwei Zuschauer der Show am Sonntagabend wurden von der herabstürzenden Balancier-Stange des Artisten leicht verletzt. Die genauen Hintergründe des Unfalls in der Vorstellung mit dem Titel "No Limits" sind noch ungeklärt. "Wir ermitteln wegen fahrlässiger Körperverletzung", hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Nach ersten Ermittlungen hatten sechs Artisten der siebenköpfigen Gruppe "Camadi" das Seil in der Kuppel des Zirkuszelts bereits verlassen. Unklar sei, warum das Sicherungsnetz, das die Artisten bei einem Sturz auffangen soll, bereits gelockert wurde, als der siebte Artist noch auf dem Seil stand. "Es gibt da ganz verschiedene Versionen", erklärte die Staatsanwaltschaft. Möglich sei auch, dass der Artist ins Straucheln geriet, weil Techniker das Hochseil zu früh gelockerten hätten.

Bereits vor drei Jahren waren zwei Hochseilartisten der Gruppe "Camadi" bei einer Vorstellung in Münster ungesichert in die Tiefe gestürzt und hatten sich schwer verletzt. Die Nummer der kolumbianischen Gruppe zählt mit ihrer Menschen-Pyramide zu den Höhepunkten der Show des Bocholter Zirkusunternehmens.