12.04.2007 17:57 |

Bizarrer Fund

Astronautin mit Nacktfotos verhaftet

Das Drama um die liebeskranke Nasa-Astronautin Lisa Nowak wird immer bizarrer. Bei ihrer Festnahme nach einer Attacke auf ihre Nebenbuhlerin Colleen Shipman hatte sie britische Pfund im Wert vom mehreren hundert Dollar und eine Computer-Diskette mit Nacktfotos bei sich, die größtenteils eine Frau in Fessel-Sexszenen zeigen. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Florida mit, wo die in ihren Raumfahrer-Kollegen William Oefelein verliebte Nowak am 5. Februar von der Polizei gestellt worden war.

Die inzwischen von der US-Weltraumbehörde Nasa entlassene einstige "Discovery"-Astronautin soll sich im September wegen versuchter Entführung Shipmans, bewaffneten tätlichen Angriffs und Körperverletzung vor Gericht verantworten. Sie hat auf "nicht schuldig" plädiert. Sehen die Geschworenen dies im Prozess anders, könnte die 43-Jährige für den Rest ihres Lebens hinter Gittern landen. Nowak, Mutter von drei Kindern, ist gegen eine Kaution von 25.000 Dollar (rund 19.500 Euro) freigelassen worden, muss aber eine elektronische Fußfessel tragen.

Polizei stößt auf bizarre Funde
Medienberichten zufolge veröffentlichte die Anklagebehörde in Orlando am Dienstag (Ortszeit) 60 Dokumente mit detaillierten Angaben über die Funde in Nowaks Auto und Rucksack am Tag der Festnahme. Danach wurden bei ihr auch genaue Aufzeichnungen über die Lage des Wohnhauses der Rivalin gefunden, dazu ein Bohrer, 69 orangefarbene Tabletten und ein Bündel von Liebesbotschaften, die Oefelein und Shipman per E-Mail austauschten.

Ferner entdeckte die Polizei eine Liste, auf der unter anderem schwarze Turnschuhe und ein schwarzer Trainingsanzug aufgeführt waren, die Nowak vermutlich einkaufen wollte. Auch chinesische Glückskekse waren in ihrem Gepäck, einer davon mit dem Orakel: "Der kommende Monat bringt Veränderungen in Ihrem Leben." Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Nowak ferner eine Luftdruckpistole, ein Klappmesser und eine Perücke bei sich hatte. Ob die auf den Sex-Fotos abgebildete Frau Nowak selbst ist, war zunächst nicht bekannt.

1.500 Kilometer in Windeln
Die Polizei hatte die Astronautin auf dem Flughafen von Orlando festgenommen - nach einer 1.500 Kilometer langen Autofahrt von Houston (Texas), auf der Nowak Windeln trug, um keine Pause einlegen zu müssen. Auf dem Flughafen-Parkplatz lauerte sie dann Shipman auf, versuchte laut Anklage in ihren Wagen einzudringen und attackierte sie mit Pfefferspray.

Shipman, eine Luftwaffenoffizierin, konnte mit ihrem Auto entkommen und Alarm schlagen. Nowaks Anwalt Donald Lykkebak beharrt darauf, dass seine Mandantin nur mit Shipman habe reden wollen und nie geplant habe, sie zu entführen.