Der Weltmeister von 2001 (St. Anton) war vor dem zweiten Lauf schon klar vor dem überraschend starken Deutschen Felix Neureuther (+1,14 Sekunden) und seinen Team-Kollegen Manfred Pranger (+1,19) und Benjamin Raich (+1,29) gelegen.
Mit Silber vor Augen fiel der 22-jährige Deutsche Felix Neureuther im zweiten Durchgang aus. Ein Debakel war das Rennen für das heuer so erfolgsverwöhnte schwedische Team. Mitfavorit Jens Byggmark schied schon im ersten Druchgang aus, Andre Myhrer belegte als bester Schwede in der Endwertung nur den enttäuschenden 19. Rang.
Trotz seines großen Vorsprungs nach dem ersten Durchgang hatte "Super-Mario" angekündigt: "Es gibt auch im zweiten Lauf nur eines: totaler Angriff!" Und fuhr mit Nummer 30 wieder Laufbestzeit. Matt triumphierte mit rekordverdächtigem Vorsprung (der größte bei einem Ski-Großereignis seit Toni Sailer anno 1956).
Raich sauer auf sich selbst
Benni Raich war sauer auf sich selbst, vor allem deshalb, weil er im Finale zu wenig riskiert hat. "Die Chance wäre so groß gewesen", ärgerte sich der Slalom-Olympiasieger, "meine Vorstellung im zweiten Lauf war noch unverzeihlicher als der Fehler im ersten Durchgang". Er will sich nun wenigstens beim Teamwettbewerb eine Goldmedaille holen.
Manfred Pranger war über Platz fünf bitterböse. Nach dem ersten Durchgang noch in den Medaillenrängen, fiel er im Finish auf Rang fünf zuück. "Ich hätte einfach besser Ski fahren müssen. Ich hab's selbst vergeigt."
Gold für ÖSV-Herren im letzten Einzelrennen
Die ÖSV-Herren holten im letzten Einzelrennen also doch noch die ersehnte Goldmedaille, nachdem es zuvor für das Team von ÖSV-Herren-Cheftrainer Toni Giger "nur" jeweils Silber im Super G durch Fritz Strobl und in der Super-Kombination durch Raich gegeben hat. Österreich hält vor dem abschließenden Teambewerb am Sonntag bei insgesamt acht Medaillen (2 Gold/3 Silber/3 Bronze) und könnte bei einem Erfolg in der letzten Entscheidung noch die Medaillenwertung vor Gastgeber Schweden gewinnen.
Rennen der vielen Ausfälle
Es war ein WM-Slalom der vielen Ausfälle. Schon im ersten Durchgang erwischte es neben dem schwedischen Mitfavoriten Jens Byggmark u.a. den Italiener Gorgio Rocca, Ted Ligethy (USA), die Schweizer Medaillen-Gewinner Marc Berthod und Daniel Albrecht, den norwegische Doppel-Weltmeister Aksel Lund Svindal, Tom Grandi (Kanada) und - wie schon so oft in dieser Saison - US-Boy Bode Miller. Im zweiten Durchgang schieden u.a. der Finne Kalle Pallander und Ivica Kostelic aus.
Zwei Ausfälle betrafen im ersten Durchgang auch das ÖSV-Team: Reinfried Herbst schied nach guter Zwischenzeit kurz vor dem Ziel aus, für den Kärntner Rainer Schönfelder war das Rennen schon nach wenigen Toren zu Ende.
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