23.01.2007 15:53 |

Zu scharfe Sprüche

Jugendschützer wollen Bohlen verbieten

Die Sprüche von Dieter Bohlen als Jurymitglied bei "Deutschland sucht den Superstar" sind Kult. Die deutsche Medienaufsicht versteht da allerdings wenig Spaß und will den Superstar-Ätzer am liebsten verbieten. "Beleidigungen und Bloßstellungen der Kandidaten sowie unterstes Sprachniveau kennzeichnen seine Kommentare", teilte die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Landesmedienanstalten mit.

Bei der KJM seien eine Reihe von Beschwerden aus der Bevölkerung eingegangen. Ein paar Beispiele für Bohlen-Sprüche gefällig? „Du guckst immer so wie Bruno, die Klofliege!“, „Ich habe in meinem Kopf immer so eine Skala: 1 ist super-gut und 10 ist super-scheiße. Und du bist 7895.“ oder „Du hast ein göttliches Problem: Der liebe Gott gibt einigen Frauen dicke Möpse, anderen 'ne schlechte Stimme. Und dir hat er nun mal 'ne schlechte Stimme gegeben.“ 

Die KJM beschwert sich: "Antisoziales Verhalten wird hier von einer Identifikationsfigur wie Bohlen als cool und Erfolg versprechend dargestellt", so KJM-Vorsitzender Wolf-Dieter Ring, "Respektlosigkeiten im Umgang miteinander gehören zur Machart der Sendung." Nachdem es sich nicht um "singuläre Entgleisungen, sondern offenbar um eine bewusste Inszenierung durch den Sender" handele, habe die KJM ein Prüfverfahren gegen RTL wegen "möglicher sozialethischer Desorientierung von Kindern und Jugendlichen" eingeleitet. 

Auf Grund der Ausstrahlungszeit von 20.15 bis 21.15 Uhr sei davon auszugehen, dass die Sendungen von Jugendlichen ab zwölf Jahren gesehen würden. Offenbar sei keine der bisherigen Folgen der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) vorgelegt worden, so die KJM.

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