Ein italienischer Geschäftsmann (57) mit einer Filiale in Tirol geriet finanziell ins Strudeln und täuschte nicht existente Warenlieferungen ins Ausland vor. Nach dem süßen Angebot gab‘s nun Saures am Landesgericht.
So viel Dreistigkeit muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein italienischer Süßwarenhändler mit Filiale in Tirol steckte in seinem Heimatland in der finanziellen Klemme.
Der bisher unbescholtene 57-Jährige rutschte in eine Loch-auf-Loch-zu-Strategie und kam auf die Idee, eine Lkw-Ladung voll mit kleinen Nutella-Gläsern, wie sie häufig von Hotels genutzt werden, auf einer Handelsplattform anzubieten. Besessen hat er diese Ware nicht.
Er fällte im Leben als Geschäftsmann viele Jahre lang richtige Entscheidungen, dann die falschen.
Die Verteidigerin
Vorab-Zahlung kassiert, aber nicht geliefert
„Ich war halt wegen meiner Schulden verzweifelt“, übersetzte der Dolmetscher die kleinlaute Rechtfertigung beim Prozess in Innsbruck. Prompt hatte nach dem Angebot eine Firma aus Litauen zugeschlagen.
Und weil man sich ohnehin aus früheren tadellosen Geschäften kannte, überwies die Kundschaft vorab 66.900 Euro. Die Lieferung kam freilich nie an und Ermittlungen folgten.
Zunächst Ausrede, dann Geständnis
„Die litauische Firma hat zu spät bezahlt“, wollte sich der Italiener vor der Polizei vergeblich herausreden. Beim Prozess legte er allerdings ein Geständnis ab. Ähnlich verlief eine in Aussicht gestellte Lieferung von Schokoladen der Marke „Happy Hippo“ nach Rumänien. Hier sackte der Angeklagte sogar 109.000 Euro ein.
Mildernde Umstände wirkten sich auf Urteil aus
„Man sieht, dass Sie ein Geschäftsmann sind, der ins Strudeln geriet“, sah die Richterin die Unbescholtenheit und das Geständnis mildernd. Von zwölf Monaten Haft wurden zwei unbedingt verhängt, diese wurden in U-Haft abgesessen – rechtskräftig.
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