Zum zehnten Mal

Frankreich holt historischen Davis-Cup-Titel

Sport
26.11.2017 19:36

Frankreich hat am Sonntag zum zehnten Mal den Tennis-Davis-Cup gewonnen. Nach der 6:7(5),3:6,2:6-Niederlage von Jo-Wilfried Tsonga gegen ATP-Finals-Finalist David Goffin sorgte Wien-Champion Lucas Pouille in Lille mit einem klaren 6:3,6;1,6:0-Sieg gegen Steve Darcis für den entscheidenden Punkt zum 3:2-Erfolg gegen Belgien. Für die Franzosen ist es der erste Triumph seit 2001.

Wien-Finalist Tsonga (6:3,6:2,6:1 gegen Darcis) am Freitag und das überraschend aufgebotene Doppel Richard Gasquet/Pierre-Hugues Herbert (6:1,3:6,7:6(2),6:4 gegen Ruben Bemelmans/Joris de Loore), das zuvor noch nie zusammengespielt hatte, am Samstag hatten schon zuvor im Stadion Pierre Mauroy von Fußballclub Lille auf Hartplatz zum Erfolg der Gastgeber beigetragen. Ihnen blieb damit an selber Stelle eine Finalniederlage wie 2014 erspart, wo sie gegen die Schweiz mit 1:3 den Kürzeren gezogen hatten.

"Es ist ein Erfolg, von dem wir geträumt haben", jubelte Teamchef Yannick Noah. Man habe ein hartes Wochenende gegen ein gutes belgisches Team hinter sich. "Im letzten Spiel hat Lucas fantastisch gespielt", verteilte der 57-Jährige ein Sonderlob. In Pouilles erster entscheidender Team-Partie seines Lebens war von Nervosität keine Spur, bereits nach 94 Minuten und dem ersten Matchball war diese entschieden.

Darcis verlor damit nach zuvor fünf Siegen erstmals ein entscheidendes Davis-Cup-Spiel. "Es gibt nichts Schöneres, als mit dem Davis-Cup-Team vor meinen Freunden und meiner Familie zu gewinnen. Die Atmosphäre und die Emotionen sind einfach gewaltig. Jetzt werden wir ordentlich feiern und den Erfolg genießen", sagte Pouille. Er ist nur 75 Kilometer von Lille entfernt aufgewachsen.

Lucas Pouille (Bild: AFP)
Lucas Pouille

Der Davis-Cup-Sieg ist für Pouille die Krönung einer starken Saison. Pouille beendet die Saison als 18. in den Top 20 und gewann 2017 als einziger Spieler auf der Tour Titel auf allen drei Belägen (Stuttgart/Rasen, Budapest/Sand, Wien/Hartplatz). "Wir wollten die Trophäe unbedingt gewinnen und haben es nach 16 Jahren endlich wieder einmal geschafft. Ich bin sehr glücklich", verlautete der 23-Jährige.

Für Noah, der auch schon den Damen-Fed-Cup gewinnen konnte, war es bereits der dritte Davis-Cup-Sieg (nach 1991 und 1996) als Coach, er hat damit in Finali weiter eine weiße Weste und zog in der ewigen Bestenliste mit dem Schweden Hans Olsson gleich. Nur der Australier Neale Fraser und der Kroate Nikola Pilic waren mit vier Triumphen bisher noch erfolgreicher.

Goffin überragend - aber vergeblich
Für die Belgier waren zwei Punkte des überragenden Goffin zu wenig. "Ich habe am Sonntag mein bestes Tennis gespielt", konnte sich der Weltranglistensiebente nichts vorwerfen. Trotzdem musste er wie 2015 im Endspiel als Verlierer die Segel streichen. Für Belgien war es das dritte Finale beim wichtigsten Tennis-Mannschaftsbewerb, auch das erste 1904 hatten sie verloren.

Den letzten Titel gewannen die Franzosen in Melbourne, damals mit einem 3:2 gegen Australien. Mit dabei waren Nicolas Escudé, Sebastien Grosjean, Cedric Pioline und Fabrice Santoro.

Seit dem Erfolg 2001 in Australien hatten sie zudem auch in zwei weiteren Endspielen gegen Russland (2:3 in Paris 2002) und Serbien (2:3 in Belgrad 2010) verloren. Nun traten sie in die Fußstapfen von Argentinien, das sich 2016 gegen Kroatien ebenfalls 3:2 durchgesetzt hatte. In der ewigen Siegerliste zogen die Franzosen mit Großbritannien gleich und haben nur noch die USA (32) und Australien (28) vor sich.

Frankreich - Belgien 3:2
Freitag

Lucas Pouille - David Goffin 5:7, 3:6, 1:6
Jo-Wilfried Tsonga - Steve Darcis 6:3, 6:2, 6:1
Samstag
Richard Gasquet/Pierre-Huges Herbert - Ruben Bemelmans/Joris de Loore 6:1, 3:6, 7:6(2), 6:4
Sonntag
Jo-Wilfried Tsonga - David Goffin 6:7(5), 3:6, 2:6
Lucas Pouille - Steve Darcis 6:3, 6:1 , 6:0

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(Bild: KMM)



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