Sa, 21. Juli 2018

"Krone"-Interview

30.09.2017 07:55

Olympia 2026: "Jahrhundertchance für Österreich"

Die Doppel-Olympiasieger Benjamin Raich und Mario Stecher sprechen im Doppel-Interview mit der "Krone" über Tirols Olympia-Bewerbung 2026.

"Krone":Am 15. Oktober entscheidet die Tiroler Bevölkerung, ob sich Tirol/Innsbruck für die olympischen Winterspiele 2026 bewerben sollen. Wie seht ihr die Chancen auf ein Ja?
Benjamin Raich: Ich bin sehr optimistisch. Bei meiner Arbeit als Botschafter der Bewerbung habe ich in den vergangenen Wochen den Eindruck gewonnen, dass die Leute am Land und auch in der Stadt erkennen: Ja, das ist eine echte Jahrhundertchance für Tirol, und auch für ganz Österreich! Wichtig ist, dass sich die Menschen informieren, wofür sie eigentlich abstimmen. Wenn sie das tun, sind sie zu 80 Prozent dafür.

Warum habt ihr euch entschieden, als Botschafter für die Bewerbung zu kämpfen?
Mario Stecher: Wir sind beide Familienväter. Und wir wissen, dass es uns in Tirol nicht zuletzt aufgrund der Olympia-Vergangenheit sehr, sehr gut geht. Sich darauf auszuruhen wäre der völlig falsche Weg. Jetzt können wir mit Olympia 2026 die Basis dafür legen, dass es unseren Kindern auch in 30 Jahren so gut wie uns jetzt geht.
Raich: Ich komme aus dem Pitztal. Und da wissen die Leute schon, dass vor den Olympischen Spielen in Innsbruck 1964 und 1976 dort nicht sehr viel war. Ohne Olympia und den Tourismus würden wir ganz sicher nicht so gut dastehen, wie wir es heute tun.

Wie schaut es beim Thema Sportstätten aus?
Stecher: Es gibt weltweit kaum eine zweite Region, die derart wettkampferprobt bei Wintersport-Großveranstaltungen ist. Wir sind - abgesehen von den Adaptierungen - betriebsbereit, könnten morgen loslegen. Hochfilzen, St. Anton, Seefeld - Alle verfügen über ein unglaubliches Knowhow, sind per du mit Weltmeisterschaften, Weltcups und anderen großen Events. Ganz im Gegenteil zu Sotschi 2014 oder Pyeongchang 2018. Da mussten und müssen zum Beispiel um Unsummen Sportler eingeflogen werden, die die Sportstätten testen.

Apropos Sotschi, Rio de Janeiro, Pyeongchang  Bei den Bewerbungen in den vergangenen Jahren war ausschließlich das Geld entscheidend. Hat da eine familiäre Bewerbung Tirol/Innsbruck überhaupt eine Chance?
Stecher: Ja, weil genau jetzt der richtige Zeitpunkt dafür sein könnte. Das Olympische Komitee IOC ist geläutert, will einen klaren Kurswechsel. Sie wissen jetzt, dass es so nicht weitergehen kann, dass ein anderer Weg eingeschlagen werden muss. Zurück zum Ursprung! Klein, aber fein!  So wie zum Beispiel Lillehammer 1994. Das sind Spiele, die die ganze Welt begeistern. Genau dorthin wollen und müssen wir wieder zurück.

Ein Durchführungsbudget von 1,2 Milliarden Euro schreckt aber viele Menschen ab. Ist das ein finanzielles Himmelfahrtskommando?
Raich: Auf keinen Fall. Es wurde so budgetiert, dass kein Steuergeld angerührt wird. Alleine die Steuereinnahmen bei Olympia machen 400 Millionen Euro aus. Dazu winken vom IOC Finanz- und Sachleistungen in der Höhe von 774 Millionen Euro. Dazu kommen Ticket- und Sponsoren-Einnahmen. Und im kleineren Rahmen hat Innsbruck bei den Jugendspielen 2012  ja schon bewiesen, wie es gehen kann. Da sind am Ende 3,3 Millionen Euro übrig geblieben. Die Einnahmen für Österreich werden also die Ausgaben definitiv übersteigen.

Unterm Strich: Was haben die Menschen von Olympia?
Stecher: Die Liste ist sehr lang - 400 gemeinnützige Wohnungen entstehen in Innsbruck, tausend neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Unbezahlbare weltweite Werbung. Weltweit 2,1 Milliarden TV-Zuschauer in 220 Ländern.
Raich: Und ein Ziel, auf das junge Sportler hinarbeiten können. Sowie einen Olympia-Spirit vor der Haustüre, der mit nichts zu vergleichen ist, unsere Jugend für den Sport begeistern wird.

Alexander Hofstätter, Kronen Zeitung

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