Di, 25. September 2018

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26.09.2017 18:09

Ehefrau ermordet: Lebenslange Haft für Steirer

Wegen Mordes an seiner Ehefrau ist am Dienstag ein 37-jähriger Familienvater im Grazer Straflandesgericht zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Der Steirer soll die 30-Jährige im Februar erstickt und danach ihren Selbstmord vorgetäuscht haben. Vor Gericht hatte der Beschuldigte alles abgestritten. Sein Verteidiger kündigte Rechtsmittel an, das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

Für Staatsanwältin Ines Eichwalder war von Anfang an klar, dass sich die Frau des Angeklagten nicht selbst das Leben genommen hat. Die Oststeirerin war am Valentinstag nach einem Kinobesuch mit ihrer Schwester nach 23 Uhr nach Hause gekommen. Die beiden Töchter des Ehepaares im Alter von sechs und acht Jahren schliefen die Nacht bei der Großmutter.

Im Streit erstickt
Kurz nach der Frau soll auch Bernhard W. von der Arbeit nach Hause gekommen sein. Im Zuge eines Streits soll er seine Frau erstickt haben, denn sie wollte die Scheidung. Sie hatte wenige Monate davor eine neue Liebe gefunden und wollte mit den Kindern in eine eigene Wohnung ziehen, so die Staatsanwältin. Die Umzugkartons standen schon bereit.

Ließ es wie Selbstmord aussehen
An dem Abend schrieb die 30-Jährige noch ihrer neuen Liebe, dass sie daheim angekommen sei. Dann geriet sie mit ihrem Noch-Ehemann in Streit. Dabei soll W. das Opfer letztlich erstickt haben, heißt es in der Anklage. Um den Mord zu vertuschen, "knüpfte er ein Elektrokabel zu einer Schlinge", band ein Ende an ein Rohr im Heizraum und legte seine tote Frau in der Nähe ab. Dann rief er laut Staatsanwaltschaft die Rettung und ließ es wie einen Selbstmord durch Erhängen aussehen.

Keine Strangulationsmale
"Fast hätte die Täuschung geklappt", sagte Eichwalder. Doch ihr seien damals Zweifel gekommen, denn das Opfer hatte keinen Grund sich zu erhängen: "Sie war glücklich und wollte einen neuen Lebensabschnitt beginnen." Das gerichtsmedizinische Gutachten unterstrich den Verdacht, denn der Hals wies keine Strangulationsmale auf: "Die Geschichte mit dem Erhängen kann nicht stimmen." Bernhard W. habe dann bei der Polizei eine andere Variante präsentiert, nämlich dass ein Fremder sie ermordet und hingehängt haben mpsse. Denn er habe sie hängend im Heizraum gefunden. Doch auch das passte nicht zusammen, denn auch in dem Fall hätte man die Strangulationsmale am Hals finden müssen.

Mehrere Ehekrisen
Der Angeklagte schilderte dem Geschworenengericht unter Vorsitz von Richter Martin Wolf die Beziehung mit mehreren Ehekrisen. Anfang Sommer 2016 habe sich die Situation verschlechtert: "Sie hat sich um nichts mehr gekümmert, war fast nicht zu Hause und hat sich gehen lassen", sagte er. Daher habe er ihr rund um den Jahreswechsel den Ehering hingelegt und wollte auch eine Scheidung. Ein Auszug sei geklärt gewesen.

Der 37-Jährige blieb trotz einiger Ungereimtheiten bei seiner Version, wonach sich seine Frau selbst umgebracht hat. Er schilderte seine Rettungsmaßnahmen, wirkte dabei aber die ganze Verhandlung hindurch kühl und als ob es ihm gleichgültig wäre.

 krone.at
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