Fr, 22. Juni 2018

"Einzigartiger" Fall

20.09.2017 06:41

60 Beschwerden: Berufsverbot für "Horror-Zahnarzt"

Der Fall ist einzigartig: Seit Monaten wird gegen einen Klagenfurter Zahnarzt nach Patientenbeschwerden wegen Betruges und Körperverletzung ermittelt. Jetzt hat das Land ein Berufsverbot verhängt - doch ob dieses den Mediziner zur Einsicht bringt, ist fraglich. Seine Ordination ist nach wie vor geöffnet.

"Ich werde alles tun, um gegen dieses, in dieser Form kaum vorstellbare Unrecht vorzugehen", gibt sich der betroffene Zahnarzt auf seiner Homepage kämpferisch. Er sieht sich als Opfer einer Kampagne. Er sei "bei all seinen Patienten äußerst geschätzt", die Beschwerden gegen ihn dagegen seien völlig "inhaltsleer".

Berufsverbot "wegen Gefahr im Verzug"
Tatsächlich sind es mittlerweile über 60 Patienten, die sich entweder über eine falsche Behandlung oder überhöhte Abrechnung beklagen. Die Staatsanwaltschaft Graz ermittelt nach mehreren Strafanzeigen von Krankenkassen, aber auch von der Patientenanwaltschaft des Landes Kärnten wegen Betruges und Körperverletzung. Und das Land hat "wegen Gefahr im Verzug" nun auch ein Berufsverbot verhängt, gegen das zwar berufen werden kann, das aber sofort wirksam ist.

"Kein Zwangsmittel zur Sperre zur Verfügung"
Der Mediziner hat seine Ordination nach eigenen Angaben trotzdem noch täglich für "Fragen und Auskünfte" geöffnet. Die zuständige Abteilung 5 des Landes kann nur hilflos zuschauen: "Der Behörde stehen keine Zwangsmittel zur Sperre zur Verfügung", erklärt Sigrid Wucherer ganz allgemein. Sprich: Ob sich der "Horror-Zahnarzt" an das Praxisverbot hält, wird gar nicht kontrolliert.

Kerstin Wassermann, Kronen Zeitung

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