Mo, 17. Dezember 2018

Trotz Wehrpflicht

15.09.2017 06:06

Israels Armee gehen die Kampfsoldaten aus

Israels Armee macht sich Sorgen um die sinkende Motivation junger Rekruten, in Kampfeinheiten zu dienen. Um diesen Trend umzudrehen, sollen Kampfsoldaten vom kommenden Jahr an mehr Geld erhalten und außerdem mit Bildungsstipendien belohnt werden. "Wir beobachten in den letzten Jahren den Trend, dass weniger und weniger junge Israelis bereit sind, in die kämpfenden Einheiten einzutreten", sagte Armeesprecher Oberstleutnant Jonathan Conricus am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Das sei eine "Herausforderung" für Israels Militär.

Um neue Anreize zu schaffen, werde das monatliche Gehalt von Kampfsoldaten vom 1. Jänner von 1600 auf 2000 Schekel (umgerechnet rund 480 Euro) angehoben. Außerdem sollen sie Geschenkkarten erhalten. Einige Soldaten werden außerdem nach ihrem Militärdienst eine Universitätsausbildung ihrer Wahl finanziert bekommen. Damit solle "die Wichtigkeit ihres Armeedienstes veranschaulicht werden", sagte Conricus.

Frauen müssen in Israel zwei und Männer fast drei Jahre lang Militärdienst leisten. Die Armee gilt als Karrieresprungbrett. Besonders Absolventen der hoch angesehenen Geheimdienst- und Cybereinheiten bekommen häufig direkt nach ihrem Wehrdienst gut bezahlte Jobs in Israels IT-Branche. Mit der akademischen Förderung auch von Kampfsoldaten soll dies künftig besser ausgeglichen werden.

Nur noch 67 Prozent wollen in Kampfeinheit
Nach Angaben der israelischen Nachrichtenseite "ynet" wollten im Juli 67 Prozent der Rekruten in Kampfeinheiten dienen. Dies sei die niedrigste Zahl seit einem Jahrzehnt. Im Jahr 2010 hätten sich noch 80 Prozent der Rekruten kämpfenden Einheiten angeschlossen.

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