Schwedische Studie

Große Menschen haben höheres Thrombose-Risiko

Wissenschaft
07.09.2017 08:30

Schwedische Forscher haben herausgefunden, dass große Menschen ein höheres Risiko für eine Thrombose-Erkrankung haben. Demnach nimmt sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit der Körpergröße die Gefahr zu, dass durch ein wanderndes Blutgerinnsel eine Vene verstopft wird, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Circulation: Cardiovascular Genetics".

Um herauszufinden, ob die Körpergröße das Risiko einer Thromboembolie beeinflusst, haben Wissenschaftler um Bengt Zöller von der Universität Lund in Malmö die Daten von mehr als 2,5 Millionen schwedischen Männern und Frauen untersucht. Die Analyse der Daten zeigte, dass das Risiko einer venösen Thromboembolie mit der Körpergröße zunimmt. Die kleinsten Probanden hatten demnach das geringste Risiko.

Bei Männern, die kleiner als 1,60 Meter waren, sank das Risiko etwa um 65 Prozent im Vergleich zu Männern über 1,90 Meter. Die Auswertung von Geschwisterdaten bestätigte das Ergebnis aus der Allgemeinbevölkerung: Auch hier zeigte sich: Größere Geschwister hatten ein höhere Thromboembolie-Risiko als ihre kleineren Brüder oder Schwestern.

Häufig lebensgefährliche Folgen
Eine Thrombose entsteht, wenn sich in einem Gefäß - am häufigsten passiert das in den Beinvenen - ein Blutklumpen bildet. Gefährlich wird es, wenn sich der Blutpfropf (der Thrombus) löst und mit dem Kreislauf durch die Gefäße transportiert wird. Er kann dann an verschiedensten Orten im Körper ein Gefäß ganz verschließen. Passiert das in der Lunge kann dies eine lebensbedrohliche Lungenembolie zur Folge haben. Auch Herzinfarkte und Schlaganfälle gehen häufig auf eine Thrombose zurück.

(Bild: thinkstockphotos.com)

"Es kann sein, dass es bei größeren Menschen mit ihren längeren Beinvenen einfach mehr Oberfläche gibt, an der es Probleme geben kann", versucht Zöller den beobachteten Zusammenhang zu erklären. Auch die Schwerkraft könne mitverantwortlich sein: "In den Beinvenen großer Menschen gibt es einen höheren Schweredruck, der das Risiko erhöht, dass der Blutfluss sich verlangsamt oder vorübergehend zum Erliegen kommt."

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