Di, 21. August 2018

Rapid-Boss

18.08.2017 17:05

Krammer: "Lege für Fans Hand ins Feuer, aber ..."

Als Manager erfolgreich, aber bei Rapid kämpft Boss Michael Krammer oft mit Rückschlägen, bleiben noch die Titel aus. Jetzt sorgen auch die Fans für Negativ-Schlagzeilen. (Im Video oben sehen Sie Rapids 1:3-Pleite bei der Admira!)

"Krone": Herr Präsident, zuletzt mussten gleich zweimal Spiele unterbrochen werden, weil aus Rapid-Fansektoren Gegenstände aufs Feld geflogen waren ...
Michael Krammer: Das ist ein neues Problem für uns. Weil es solche Vorfälle zwar immer gab, aber jetzt die Schiedsrichter dazu angewiesen sind, das rigoros zu exekutieren. Ich kann versichern, dass wir permanent mit unseren Fans arbeiten. Die Fans, die an den Derby-Vorfällen beteiligt waren, wurden dank unserer Videoüberwachung ausgeforscht. Sie bekommen wegen der Becherwürfe bei uns ein Stadionverbot auf Bewährung.

Nur warum bekommt ihr die Fans nicht in den Griff?
Es gibt auch große Fortschritte. Etwa beim Thema Pyrotechnik, die bei uns im Stadion in gewissen Zonen verwendet werden darf. Außer ein paar Wahnsinnigen halten sich 90 bis 95 Prozent daran. Das ist mir immer noch lieber als null Prozent.

Ihrer Meinung nach ist Rapid bei den eigenen Fans also nicht zu nachlässig?
Wir sind in Österreich die Einzigen, die so eine Szene haben. Nur Opposition bringt nichts. Druck erzeugt auch immer Gegendruck. Wir wollen Lösungen aufzeigen. Und beim Thema Rassismus sind wir rigoros. Nachdem beim Amateure-Derby ein paar die Austrianer als Judenschweine beschimpft hatten, wurden sie nicht nur mit Stadionverboten bestraft. Sie waren auch bei einer Schulung zum Thema Rapid unter dem Hakenkreuz. Hoffentlich überlegen sie es sich genau und verwenden diese Ausdrücke nie mehr.

In den letzten Jahren zahlte Rapid rund eine Million Euro Strafe wegen der Fans - das Geld könnte man sinnvoller nutzen.
Natürlich. Jeder Cent ist zu viel, auch sinnlos.

Jetzt kommt Sturm, die Partie ist nicht nur sportlich brisant - können Sie garantieren, dass Ruhe herrscht?
Wir haben viele Gespräche geführt. Für die Fans lege ich die Hand ins Feuer - aber nur mit Asbesthandschuh. Weil es ja völlig vermessen wäre, hier zu sitzen und zu behaupten: Es passiert diesmal nichts. Dafür ist das alles viel zu unkontrollierbar und unberechenbar. Leider.

Bereuen Sie es also somit schon, Präsident von Rapid geworden zu sein?
Nein, absolut nicht. Weil dieser Verein für mich seit bald 50 Jahren eine Herzensangelegenheit ist. Das ist dann ähnlich wie in einer Ehe. Da wie dort gibt es Probleme, und da wie dort muss man versuchen, sie zu lösen. Und zwar gemeinsam. So gesehen ist dieses Präsidentenamt für mich zwar eine gewisse Bürde, aber gleichzeitig auch eine Verpflichtung und eine riesengroße Ehre.

Aber ist es kein Problem, dass im Rapid-Präsidium niemand eine Fußball-"Fachkompetenz" hat?
Ist der Peter Schröcksnadel jemals Weltcup-Rennen gefahren? Eben. Wir greifen nicht ins Tagesgeschäft ein, overrulen auch nicht die operativ Verantwortlichen. Das Präsidium ist ein Aufsichtsrat, wir haben eine Kontrollfunktion.

Peter Frauneder und Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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