Sa, 22. September 2018

Chancen und Risiken

11.08.2017 09:58

Digitalisierung: Auswirkungen auf den Alltag

Die Digitalisierung hält mehr und mehr Einzug in unseren Alltag. Verbraucher merken manchmal gar nicht, wie stark der Einfluss bereits ist. Für junge Menschen gehört die Digitalisierung längst dazu, reifere Generationen schütteln nicht selten ungläubig den Kopf, wenn sie von den überraschenden Entwicklungen erfahren, die die Technik nimmt. Dieser Beitrag liefert 4 Beispiele zum Thema Digitalisierung im Alltag und nennt Auswirkungen.

Elektronische Bezahlsysteme: Bezahlen per Funk

Near Field Communication (NFC) lautet die Technik, die bezahlen noch unkomplizierter macht. Kontaktloses bezahlen ist über Kreditkarte und EC-Karte möglich. Weder eine Unterschrift noch die Eingabe einer PIN ist erforderlich. Ein kleiner Chip in der Karte ermöglicht es, dass kleine Beträge an die Kasse übertragen werden. Die Konsequenz: Kleine Alltagskäufe werden schnell abgerechnet, Kunden schließen innerhalb kürzester Zeit den Bezahlvorgang ab. Das spart Zeit. Die Gefahr besteht allerdings darin, dass auch jeder andere, der widerrechtlich in den Besitz einer Karte mit NFC kommt, damit bezahlen kann. Geht sie verloren, muss der Besitzer sie sperren lassen.

Kredit ohne Papierkram: Bezahlen mit Video-Ident

Einen Kleinkredit ohne Papierkram aufzunehmen, klingt fast zu schön um wahr zu sein. Beim innovativen Vexcash Kredit aus Deutschland ist das inzwischen Alltag. Mit dem Slogan "Papier war gestern" leiten die Kreditexperten den einfachen Antragsweg ein. Kunden müssen online lediglich

  • einen Antrag ausfüllen,
  • das Videoident-Verfahren durchführen und
  • online unterzeichnen.

Damit lässt sich ein Kreditantrag innerhalb 1 Stunde beantragen und Kunden können sofort über das Geld verfügen. Schneller geht es fast nicht mehr. Im Rahmen des Video-Ident-Verfahrens wird die Identität des Antragstellers überprüft. Das, was vom Post-ident-Verfahren vielen bekannt sein dürfte, wird nun per Video erledigt. Im Rahmen eines Videochats werde die Echtheit des Dokuments und die Übereinstimmung mit dem Gesicht des Antragstellers kontrolliert. Der Antragsteller erhält im Zuge dieser individuellen Video-Kontrolle ein Passwort oder eine PIN, mit der er sein Einverständnis zum Abschluss des Kreditvertrags abgibt. Das dient quasi als Ersatz für eine persönliche Unterschrift. Je nach Anbieter weichen die Verfahren geringfügig voneinander ab.

Die Konsequenz von Video-Ident-Verfahren bei Kreditanträgen: Kunden können 24/7 Onlinekredite abschließen und innerhalb kürzester Zeit über Geld verfügen. Der Papierkram fällt vollständig weg und es ist auch kein Gang zu einer Bankfiliale mehr nötig. Das spart Zeit und Geld.

Smart Homes: Mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens

Smart Homes sind ebenfalls ein unübersehbares Zeichen der Digitalisierung. Elektronische Geräte kommunizieren mit der Haustechnik, sie können über Smartphones angesteuert werden und sorgen dafür, dass alles nach Wunsch und Plan abläuft. Statt eines simplem Sicherungskastens verfügen Smart Homes über eine digitale Schaltzentrale, in der dicke Kabelstränge zusammenlaufen. Bitkom e.V. nennt Smart Homes die Wohnform des 21. Jahrhunderts und bringt auf den Punkt, was nach und nach in den heimischen vier Wänden Einzug halten wird:

  • funkbasierte Lösungen
  • Powerline Technologie
  • cloudbasierte Dienste
  • Verkabelungen mit Bussystemen

Die Vernetzung im Smart Home funktioniert natürlich nur, wenn die Elektrogeräte und technischen Einrichtungen die entsprechenden Schnittstellen aufweisen. Was lässt sich heute schon im Smart Home realisieren? Die folgende Liste zeigt einige Beispiele:

  • intelligent gesteuerte Heizungen, die sich nach den persönlichen Präferenzen der Bewohner richten
  • Klimasysteme, die unter Beachtung der Witterungsbedingungen die ideale Temperatur, Beschattung und Luftfeuchtigkeit herstellen
  • Alarmanlagen mit vollautomatischer Kommunikation
  • Kühlschränke, die aufgrund des überprüften Verbrauchs Einkaufslisten erstellen und abgelaufene Lebensmittel anmahnen
  • Haustüren, die nur per Fingerabdruck zu öffnen sind
  • Betritt ein Bewohner das Haus durch einen smarten Eingang, schaltet sich zum Beispiel automatisch eine spezielle Musik an, Fernsehprogramme werden individuell vorsortiert, die Heizung im Bad eingeschaltet, die Kaffeemaschine gestartet oder der Betrieb des Saugroboters so lange unterbrochen, bis der Bewohner das Haus wieder verlässt - je nachdem, was vorher einprogrammiert wurde.

Die Konsequenzen von Smart Homes sind vielfältig. Zum einen gewinnen Bewohner mehr Zeit für andere Dinge. Zum anderen werden die eigenen 4 Wände sicherer. Zudem wird es möglich, deutliche Energieeinsparungen vorzunehmen. Andererseits verführen die Möglichkeiten von Smart Homes auch dazu, mehr Energie zu verbrauchen, wenn neue elektrische Geräte angeschafft werden, die einen smarten Nutzen aufweisen.

Mobiles Internet: Digitale Nomaden arbeiten überall

Eine weitere Entwicklung, die sich aufgrund der Digitalisierung ergibt, ist die Option, ständig und überall erreichbar zu sein und so auch ständig und überall arbeiten zu können. Unter dem Trendbegriff "digitale Nomaden" subsummieren sich diejenigen unter uns, die durch die Welt tingeln oder aus anderen Gründen ohne festes Büro mobil arbeiten wollen. Man sieht sie in Cafés und U-Bahnen, im Zug, am Strand, in Abflughallen oder im Park: Menschen mit Notebooks, Smartphones und anderen mobilen Endgeräten, die einem Online-Job nachgehen.

Die Konsequenzen daraus liegen auf der Hand: Mobiles Internet verändert unsere Arbeitswelt und bietet vielen Menschen Zugang zu Informationen, Jobs und Dienstleistungen. Die Welt rückt dadurch ein Stück zusammen. Allerdings sorgt die unpersönliche digitale Kommunikation auch dafür, dass Menschen weniger aufmerksam miteinander umgehen. Darunter leidet sicherlich auch die Beziehungsfähigkeit, zumindest dann, wenn der Kontakt zu den Mitmenschen fast ausschließlich digital erfolgt.

Kostet die Digitalisierung unsere Jobs?

Ob Digitalisierung Jobs vernichtet? Ja, das mag sein. Allerdings sorgt die Digitalisierung auch dafür, dass ganz neue Arbeitsplätze und Arbeitsmöglichkeiten entstehen. Unterm Strich wird die Beschäftigungsquote steigen. Auch Wolfgang Eder, Vorstandschef der voestalpine ist der Meinung, dass Digitalisierung keine Jobs vernichtet. Es liegt an den Menschen, etwas aus den Chancen zu machen. Wer den Kopf in den Sand steckt und sich dem Thema verschließt, wird Nachteile haben, keine Frage. Doch Veränderungen in der Arbeitswelt gab und gibt es zu jeder Zeit. Die Digitalisierung gehört dazu und erschließt ganz neue Potenziale, von denen bislang niemand zu träumen gewagt hätte

 krone.at
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