Vulgärer Ausraster

Trumps neuer Sprecher beschimpft Kollegen

Ausland
28.07.2017 15:58

Der neue Kommunikationsdirektor im Weißen Haus, Anthony Scaramucci, hat sein Amt mit dem Ziel angetreten, die Politik von US-Präsident Donald Trump "aggressiver" zu kommunizieren. Was Scaramucci alles kann, hat er vor Kurzem in einem Telefonat mit einem Journalisten bewiesen, aus dem Ausschnitte veröffentlicht wurden. In dem Gespräch überzog der 53-Jährige Trumps Stabschef Reince Priebus sowie Chefstratege Stephen Bannon mit vulgären Beschimpfungen.

Priebus bezeichnete er als einen "verdammten paranoiden Schizophrenen". Zugleich polterte der Kommunikationsdirektor, anders als Chefstratege Bannon verfolge er nicht nur seine eigenen Interessen: "Ich bin nicht Steve Bannon, ich versuche nicht, meinen eigenen Schwanz zu lutschen. Ich bin hier, um meinem Land zu dienen", wird Scaramucci in der Zeitschrift "New Yorker" zitiert.

Stephen Bannon (Bild: AFP)
Stephen Bannon

Scaramucci warf Priebus die Weitergabe vertraulicher Informationen an die Presse vor und äußerte die Einschätzung, dass der Stabschef bald zurücktreten werde. Zudem drohte er damit, alle Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung hinauszuwerfen, die nicht mit seinem Kurs einverstanden seien.

Trumps Stabschef Reince Priebus (Bild: AFP)
Trumps Stabschef Reince Priebus

"Es war ein Fehler, einem Reporter zu vertrauen"
Der Kommunikationschef erklärte später auf Twitter, er bediene sich manchmal einer "bunten Sprache". Zugleich betonte er: "Ich werde mich künftig zurückhalten." Später legte er in einem Tweet nach und schob die Schuld für das Bekanntwerden seiner verbalen Entgleisungen dem Journalisten zu: "Ich habe einen Fehler gemacht, als ich einem Reporter vertraute. Das wird nicht noch mal passieren."

Priebus und Bannon, die ebenso wie der zurückgetretene Pressesprecher Sean Spicer gegen die Bestellung Scaramuccis gewesen waren, lehnten eine Stellungnahme ab. Auch Trump äußerte sich nicht. Seine Sprecherin Sarah Huckabee Sanders zeigte sich bemüht, den Vorfall herunterzuspielen. Scaramucci habe in dem Gespräch mit dem "New Yorker" einige "schlüpfrige" Wörter benutzt, sagte sie und fügte hinzu: "Ich glaube nicht, dass er es wieder tun wird."

Sean Spicer hatte als Pressesprecher Trumps von Anfang an keine leichte Aufgabe. (Bild: AP)
Sean Spicer hatte als Pressesprecher Trumps von Anfang an keine leichte Aufgabe.

Tweet über Abendessen mit hochrangigen Gästen als Auslöser
Auslöser für die Tirade des neuen Kommunikationschefs war ein Tweet des Zeitschriften-Reporters Ryan Lizza. Darin berichtet dieser unter Berufung auf einen "hochrangigen Mitarbeiter des Weißen Hauses" über ein Abendessen mit Trump, seiner Frau Melania und führenden Vertretern des konservativen Fernsehsenders Fox News, der als Sprachrohr des US-Präsidenten gilt.

Lizza schrieb im "New Yorker", deswegen habe Scaramucci ihn wütend angerufen und ihn gefragt, wer ihm diese vertrauliche Information gegeben habe. Als der Journalist ihn auf den Quellenschutz verwiesen habe, seien bei Scaramucci alle Sicherungen durchgebrannt: "Ich werde alle aus der Kommunikationsabteilung hinausschmeißen und neu anfangen", habe Trumps Berater gedroht.

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