So, 24. Juni 2018

Galt den Taliban

21.07.2017 22:15

US-Bomber fehlgeleitet: Afghanische Soldaten tot

Ein fehlgeleiteter US-Luftangriff in Südafghanistan hat statt islamistischer Talibankämpfer eine Gruppe afghanischer Sicherheitskräfte getötet. Das bestätigte am Freitagabend (Ortszeit) der Sprecher der US-Streitkräfte in Afghanistan, Bill Salvin, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Bisher wissen wir von neun Opfern, aber die Zahl könnte noch steigen", sagte Salvin.

Laut einer Pressemitteilung der US-Streitkräfte in Afghanistan hatte die Luftwaffe am späten Nachmittag eine Operation afghanischer Sicherheitskräfte im Gereshk-Bezirk in der schwer umkämpften Provinz Helmand unterstützt. "Wir haben ein Haus beschossen, in dem sich - wie wir glaubten - feindliche Kräfte befanden. Aber es hat sich herausgestellt, dass es lokale Sicherheitskräfte waren", sagte Salvin. Nun werde eine Untersuchung eingeleitet.

Die Zahl der US-Luftschläge in Afghanistan ist heuer rasant gestiegen. Am Dienstag veröffentlichte Zahlen bis Jahresmitte übertrafen bereits jene aus dem gesamten vergangenen Jahr. Demnach hatten Piloten bis zum 30. Juni 1634 Raketen oder Bomben abgeworfen, 2016 waren es insgesamt 1337 gewesen. Angesichts der Landgewinne der Taliban und der Erschöpfung der afghanischen Bodentruppen sehen Militärs Luftangriffe oft als letztes Mittel, die Taliban zurückzutreiben.

Immer mehr zivile Opfer
Gleichzeitig steigt die Zahl ziviler Opfer. Die UNO meldete, die Zahl der durch Luftangriffe getöteten bzw. verletzten Zivilisten sei bis Jahresmitte im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf 232 Tote und Verletzte angestiegen. US-Luftangriffe waren für 37 Prozent der Opfer verantwortlich, die afghanische Luftwaffe für 48 Prozent. Die NATO hat Luftangriffe mit Ende ihrer Kampfmission 2014 aufgegeben.

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