27.11.2006 14:07 |

Hunger und Tod

Aids-Epidemie gefährdet UN-Millenniumsziele

Die globale Aids-Epidemie gefährdet einer alarmierenden Analyse zufolge die selbstgesteckten Millenniumsziele der Vereinten Nationen. Die Untersuchung stützt sich auf Daten aus 80 Entwicklungsländern. Sie warnt, dass sich ohne wirksamen Kampf gegen die Immunschwäche weder Armut noch Hunger, Kindertod oder Bildungsnot bis 2015 den Vorsätzen der Weltgemeinschaft entsprechend verringern lassen.

So falle etwa in einem typischen afrikanischen Land, in dem jeder Fünfte mit dem Aidserreger HIV infiziert ist, das Bruttoinlandsprodukt nach 20 Jahren um zwei Drittel niedriger aus, als ohne die Immunschwäche möglich gewesen wären.

Die Millenniumsziele waren 2000 von der UNO beschlossen worden. Mit ihnen haben sich die Staaten verpflichtet, bis zum Jahr 2015 unter anderem extreme Armut und Hunger weltweit zu halbieren, die Ausbreitung von Aids zu stoppen und die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu senken. Seit der Verabschiedung der Ziele ist die Zahl der HIV/Aids-Patienten weltweit auf fast 40 Millionen gestiegen. Allein in diesem Jahr haben sich mehr als vier Millionen Menschen neu infiziert.

HIV/Aids beeinträchtigt nicht nur Gesundheit
Die Analyse macht jedoch deutlich, dass Aids nicht nur gesundheitliche Probleme aufwirft, sondern soziale und wirtschaftliche Fortschritte in vielen Ländern der Welt bremst oder sogar verhindert. Daten aus Thailand zeigten, dass Haushalte, die von HIV betroffen sind, finanziell weitaus schlechter dran sind als Familien ohne Infizierte.

Besonders Besorgnis erregend sei das Schicksal von Aidswaisen (im Bild ein Aidswaise aus Südafrika). Ihre Zahl wird im südlichen Afrika bis 2010 auf 18 Millionen steigen. Schon heute haben in manchen Ländern der Region zwei von drei Waisenkindern ihre Eltern durch Aids verloren.