25.11.2006 14:29 |

Blutiges Massaker

21 Tote bei blutigem Massaker im Irak

Ein Überfallkommando schwer bewaffneter Männer hat in der Nacht zum Samstag nordöstlich von Bagdad gezielt 21 männliche Dorfbewohner umgebracht. Die Bluttat wurde laut Polizeiangaben in dem Dorf Imam Mansur, 75 Kilometer nordöstlich von Bagdad, verübt. Auch US-Soldaten töteten bei einem Einsatz gegen "Terroristen" 22 Menschen.

Bei einem Einsatz in Taji seien die US-Soldaten beschossen worden, hätten das Feuer erwidert und "zehn Terroristen getötet", erklärte die US-Armee. Bei dem Feuergefecht seien auch eine schwangere Frau und ein Teenager verletzt worden.

Die US-Soldaten beschlagnahmten den Angaben zufolge zahlreiche Schnellfeuerwaffen und Boden-Luft-Raketen. Wo der zweite Einsatz mit zwölf Getöteten ausgeführt wurde, teilten die US-Streitkräfte nicht genau mit.

12-Jähriger unter den Opfern
Bei der Bluttat in Imam Mansur, waren die Killer in fünf Wagen vorgefahren, hatten die männlichen Dorfbewohner in die Felder verschleppt und dort erschossen. Unter den Opfern ist auch ein Zwölfjähriger. Der Überfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein, bei denen gezielt Schiiten umgebracht wurden.

Schwerste Anschlagserie seit 2003
Die religiös motivierte Gewalt im Irak ist in den vergangenen Tagen erneut eskaliert. Am Donnerstag wurden bei Anschlägen im Bagdader Schiiten-Viertel Sadr-Stadt 202 Menschen getötet. Es war die schwerste Anschlagserie in Bagdad seit 2003. Offenbar als Vergeltung für die Anschläge setzten Bewaffnete am Freitag mehrere sunnitische Moscheen in Brand und töteten 30 Menschen. Die irakischen Behörden weiteten daraufhin eine Ausgangssperre in Bagdad bis in den Samstag hinein aus.

Usa "treiben Spaltung voran"
Der einflussreichste Religionsführer der Sunniten im Irak hat den USA und der irakischen Regierung indes vorgeworfen, sie wollten das Land in einen Bürgerkrieg stürzen. "Sie treiben die Spaltung voran, damit es zum Bürgerkrieg kommt und sie das Land dann aufteilen können", sagte der Vorsitzende des Rates der Religionsgelehrten, Scheich Harith al-Dhari, am Samstag vor der Presse in Kairo.

Symbolbild