18.11.2006 19:44 |

Späte Erkenntnis

Blair gibt zu, Irak-Krieg sei ein "Desaster"

Der britische Premierminister Tony Blair hat massive Schwierigkeiten beim bisherigen Verlauf des Irak-Einsatzes zugegeben. In einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al-Jazeera stimmte der Labour-Regierungschef am Freitagabend der Einschätzung zu, dass der Einsatz bislang ein „ziemliches Desaster“ gewesen sei.

Der Grund dafür liege jedoch nicht in einer schlechten Vorbereitung, sondern in dem Verhalten von Aufständischen im Irak, die aus dem Ausland unterstützt würden. Blair äußerte sich im neuen englischsprachigen Kanal von Al-Jazeera, der seit dieser Woche auf Sendung ist.

Die Schwierigkeiten ergäben sich jedoch nicht aus einer fehlerhaften Planung, sondern aus einer „klaren Strategie“ von sunnitischen und schiitischen Aufständischen, die von der Terrororganisation El Kaida beziehungsweise dem Iran unterstützt würden.

Zugleich bekräftigte der Premierminister, dass es keinen baldigen Abzug der britischen Truppen geben werde. „Wir gehen aus dem Irak nicht weg. Wir werden so lange bleiben, wie uns die Regierung braucht.“